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Medizin

Studie: Zwei Antipsychotika erhöhen Risiko auf Gestationsdiabetes

Dienstag, 8. Mai 2018

/Andrey Popov, stockadobecom

Boston– Die Fortsetzung einer Behandlung mit Quetiapin oder Olanzapin während der Schwangerschaft könnte das Risiko auf einen Gestationsdiabetes erhöhen. Dies kam in einer epidemiologischen Studie heraus, die auf der Jahrestagung der American Psychiatric Association in New York vorgestellt und im American Journal of Psychiatry (2018; doi: 10.1176/appi.ajp.2018.17040393) publiziert wurde. Für die Wirkstoffe Aripiprazol, Ziprasidon und Risperidon wurde dagegen kein potenzielles Risiko gefunden.

Seit Längerem ist bekannt, dass die meisten Antipsychotika ungünstige Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Die US-Fachinformationen weisen bei allen Wirkstoffen auf die erhöhte Rate von Hyperglykämien hin, bei einigen wird auch vor einem Anstieg der Lipidwerte und einer Zunahme des Körpergewichts gewarnt. Diese Nebenwirkungen können sich während der Schwangerschaft ungünstig auswirken, die bereits physiologischerweise mit einer Insulinresistenz verbunden ist. 

Ein Team um Krista Huybrechts vom Brigham and Women’s Hospital in Boston hat deshalb untersucht, ob die Einnahme von Antipsychotika mit einem erhöhten Risiko auf einen Gestationsdiabetes verbunden ist. Die Forscher werteten die Daten von Medicaid aus, die in den USA sozial Bedürftige beim Kauf von Medikamenten unterstützt. Von 1,5 Millionen Frauen waren 1.924 vor der Schwangerschaft mit Aripiprazol, 673 mit Ziprasidon, 4.533 mit Quetiapin, 1.824 mit Risperidon und 1.325 mit Olanzapin behandelt worden.

Bei einigen Patientinnen setzten die Ärzte, vielleicht aus Sorge um die metabolischen Folgen, die Medikamente während der Schwangerschaft ab. Andere Patientinnen setzten die Behandlung dagegen fort. Dies war bei zwei Wirkstoffen mit einer erhöhten Rate eines Gestationsdiabetes verbunden. Bei Quetiapin stieg die Häufigkeit von 4,1 auf 7,1 Prozent, bei Olanzapin sogar von 4,7 auf 12,0 %. Nach Berücksichtigung anderer Begleitfaktoren ermittelte Huybrechts ein relatives Risiko von 1,28 für Quetiapin, das mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,01 bis 1,62 signifikant war. Für Olanzapin betrug das relative Risiko sogar 1,61 (1,13–2,29).

Bei den anderen 3 Antipsychotika war die Situation günstiger. Bei Aripiprazol stieg die Häufigkeit eines Gestationsdiabetes nur von 4,5 auf 4,8 % (relatives Risiko 0,82; 0,50–1,33), bei Ziprasidon von 3,8 auf 4,2 % (relatives Risiko 0,76; 0,29–2,00) und bei Risperidon von 4,1 auf 6,4 % (relatives Risiko 1,09; 0,70–1,70).

Die relative Zunahme des Risikos auf einen Gestationsdiabetes um 28 % für Quetiapin und um 61 % für Olanzapin klingt besorgniserregend. Die absolute Zunahme der Inzidenz (2,3 % bei Quetiapin und 7,3 % bei Olanzapin) muss jedoch mit den Risiken in Beziehung gesetzt werden, die ein Rezidiv der Psychose (oder anderer Erkrankungen) für die Schwangere (und ihr ungeborenes Kind) bedeuten.

Hinzu kommt, dass retrospektive Analysen von Patientendaten immer fehleranfällig sind. Ein wichtiger konkurrierender Risikofaktor, den Huybrechts nicht berücksichtigen konnte, war die Adipositas. Das Ungleichgewicht in der Adipositasprävalenz zwischen den beiden Gruppen hätte laut Huybrechts jedoch sehr groß sein müssen, um die Assoziation zu erklären. Außerdem darf man vermuten, dass die Psychiater bei adipösen Frauen eher geneigt waren, die Medikamente abzusetzen, um zu verhindern, dass sich die bekannten ungünstigen Auswirkungen von Adipositas und Medikament auf den Stoffwechsel verstärken. In diesem Fall könnte das tatsächliche Risiko durch die Antipsychotika sogar höher sein, als die Zahlen anzeigen. © rme/aerzteblatt.de

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rp__bt
am Dienstag, 8. Mai 2018, 23:58

Captain Obvious am Werk!

Nachdem Patienten unter antipsychotischer Behandlung mit diesen beiden Medikamenten, besonders extrem mit Olanzapin, aufgehen wie ein Hefekloß, ist das doch kein überraschendes Ergebnis, oder? Wirklich wichtig wäre es, zu erforschen, bei wievielen solchen Patienten diese Medikamente durch andere, die weniger dick machen, ersetzt werden könnten. Kaum jemand wird Frauen im gebärfähigen Alter Olanzapin oder Quetiapin aus Jux und Dollerei geben.

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