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Immer mehr mechanische Thrombektomien bei Schlaganfall

Mittwoch, 9. Mai 2018

/hywards, stockadobecom

Erlangen/Bochum/Bielefeld – In Deutschland erhalten immer mehr Patienten nach einem ischämischen Schlaganfall eine mechanische Thrombektomie. Das berichten die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) gemeinsam mit der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und Minimalinvasive Therapie (DeGIR) anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai. Demnach haben Ärzte im DeGIR-/DGNR-Interventionsregisters für das Jahr 2017 die interventionelle Behandlung von 10.680 akuten ischämischen Schlaganfällen mittels mechanischer Thrombektomie dokumentiert.

„Diese Zahlen belegen einen enormen Zuwachs. 2016 waren es noch 8.852 Eingaben“, sagte Werner Weber, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Neuroradiologen (BDNR) und einer der wissenschaftlichen Koordinatoren des Datenbankprojekts. Wichtig sei auch die Zahl der eingebenden Kliniken: „Im Jahr 2016 haben 178 Zentren ihre Behandlungsfälle dokumentiert, für 2017 betrug die Zahl 204“, so der Bochumer Neuroradiologe.

Blutgerinnsel häufige Ursache

„Mehr als 85 bis 90 Prozent aller jährlich auftretenden rund 270.000 Schlaganfälle in Deutschland werden durch ein Blutgerinnsel verursacht, welches ein Blutgefäß im Gehirn verschließt“, berichtete Armin Grau, erster Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

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Seit 2015 sei die Wiedereröffnung eines größeren verschlossenen Hirngefäßes mithilfe der mechanischen Thrombektomie wissenschaftlich nachgewiesener offizieller Goldstandard bei der Behandlung schwerer ischämischer Schlaganfälle. „Dabei schieben spezialisierte Neuroradiologen von der Leiste aus einen Katheter bis an die Stelle des Gehirns, wo das Blutgerinnsel eine Arterie blockiert hat“, erläuterte DGNR-Präsident Arnd Dörfler. Mithilfe minimalinvasiver Techniken könne der Thrombus dann geborgen und über Hohlkatheter abgesaugt werden.

Für die Versorgung der Patienten ist laut den Fachgesellschaften nicht nur eine ausreichende Anzahl an Neuroradiologen erforderlich, sondern vor allem müsse die spezifische Expertise für diese gefäßeröffnenden Maßnahmen der hirnversorgenden Gefäße sichergestellt sein. „Um dieses zu gewährleisten, haben die Fachgesellschaften DGNR, DeGIR und DRG eine Zertifizierung für die neuro-interventionelle Schlaganfallbehandlung etabliert“, berichtete Dörfler. Seit dem Aufbau dieses Programms bis einschließlich 2017 konnten 323 Fachärzte zertifiziert werden.

Deutschland ist bei der Akutversorgung nach einem ischämischen Schlaganfall laut den Fachgesellschaften hervorragend aufgestellt. „Wir haben hierzulande eine der besten flächendeckenden Versorgungen beim akuten, ischämischen Schlaganfall“, so Dörflers Fazit.

Am 10. Mai 2018 findet in Deutschland der Tag gegen den Schlaganfall statt. Bundesweit gibt es zu diesem Anlass an und um den Tag vielfältige Aktionen und Informationsveranstaltungen rund um den Schlaganfall. Dieser Aktionstag wurde 1999 von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ins Leben gerufen. © hil/aerzteblatt.de

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