NewsVermischtesGesundheitsberufe müssen modernisiert werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Gesundheitsberufe müssen modernisiert werden

Mittwoch, 9. Mai 2018

/zinkevych, stockadobecom

Gelsenkirchen – Eine „Gestaltungsoffensive der Gesundheitsberufe“ hat das Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule) im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen in einer aktuellen Untersuchung ausgemacht. Wichtig sei unter anderem, Arbeitsbelastungen zu reduzieren, um den Beschäftigten attraktivere Jobs anbieten zu können. Dazu müssten Versorgungsprozesse verändert und die neuen Modelle der Arbeitsorganisation in Gesundheitsberufen entwickelt werden, so die IAT-Wissen­schaftler.

Wichtige Zielgruppen für eine Gestaltungsoffensive der Gesundheitsberufe sind neben der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege die Helfer in den Pflege­berufen, Hebammen und Entbindungspfleger sowie die Therapieberufe der Physio-, Ergo- und Logopädie. In allen Berufsgruppen gibt es dem IAT zufolge spezifische Herausforderungen für Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Qualifizierung, die es für ein leistungsfähiges und wirtschaftsstarkes Gesundheitssystem der Zukunft zu bewältigen gilt.

Kümmerer-Instanz angemahnt

Mit Fokus auf die Situation in Bremen empfehlen die Wissenschaftler eine „Kümmerer-Instanz“ für die Gesundheitswirtschaft in der Politik, die Vernetzungs­aktivitäten und Innovationspartnerschaften, etwa zwischen Forschung, industrieller Gesundheits­wirtschaft und Versorgungspraxis, unterstützt und vorantreibt.

Anzeige

„Bei der Erstellung der vorliegenden Studie zeichnete sich entsprechend das Erfor­dernis ab, Gesundheitswirtschaft (wieder) als wirtschaftspolitischen Schwerpunkt aufzunehmen und dessen Entwicklung politisch stärker zu fördern“, heißt es in der Studie. Dafür sollte eine eigene politische Instanz eingerichtet werden, die sich gemeinsam mit den Akteuren und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft um die Entwicklung in einzelnen Schwerpunktfeldern kümmert.

Im Themenfeld „Fachkräftesicherung und Qualität der Arbeit“ empfehlen die Studienautoren, die Beschäftigten stärker in den Umbau der Berufsfelder einzubeziehen. Dabei sollte es unter anderem gehen um

  • eine Weiterentwicklung der Qualifizierungslandschaft, auch mit Blick auf die neuen Gestaltungsaufgaben in der Altenhilfe und Quartiersversorgung,
  • die Entwicklung, Erprobung, Monitoring von Fachkraftquoten und neuen Ansätzen der Personalbemessung,
  • die Entwicklung und Erprobung von neuen Ansätzen zur Reduzierung von unfreiwilliger Teilzeitarbeit in der Pflege,
  • die Suche nach neuen Konzepten zur sozial-integrativen Ansprache, Gewinnung, Begleitung und Förderung von Wiedereinsteigern oder fachfremd vorqualifizierten Quereinsteigern,
  • die Entwicklung von Innovationslaboren zur Entwicklung, Umsetzung und Erprobung neuer Wege der Arbeitsgestaltung in digital gestützten Arbeitszusammenhängen.
© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20. August 2018
Berlin – Die Linke im Bundestag fordert bei der Weiterbildung von Arbeitslosen Priorität für Jobs in der Pflege. „Der Bedarf ist riesig“, sagte Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann. Angesichts des
Linke will Priorität für Pflegeberufe bei der Weiterbildung
30. Juli 2018
Kiel – Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg hat den Bund aufgefordert, die Abschaffung des Schulgeldes für alle Gesundheitsberufe zügig anzupacken. „Jetzt sind konkrete Schritte gefordert“,
Garg dringt auf gebührenfreie Ausbildung für alle Gesundheitsberufe
26. Juli 2018
Hamburg – Die Krankenkassen bezahlen den Krankenhäusern in Hamburg in diesem Jahr rund 46 Millionen Euro für die Ausbildung in Gesundheitsberufen. Damit stellen sie die Finanzierung von rund 3.000
Ausbildung: Hamburger Kliniken erhalten mehr Geld
10. Juli 2018
Berlin – Die Berufsvertretungen der Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Podologen und anderen Gesundheitsberufen streben nach mehr politischem Gewicht. Nach einem Treffen des
Gesundheitsberufe fordern mehr politisches Gewicht
8. Juni 2018
Berlin – Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Pflegende haben gestern beim Hauptstadtkongress eine bessere Vergütung gefordert, um dem Nachwuchsmangel und der Unzufriedenheit in ihren
Gesundheitsberufe wünschen sich bessere Bezahlung im Kampf gegen Nachwuchsmangel
18. Mai 2018
Plauen – Sachsen will als bisher einziges ostdeutsches Bundesland Arztassistenten in einem Studiengang ausbilden. Er trägt den Titel Physician Assistant und beginnt im kommenden Wintersemester an der
Sachsen startet Studiengang für Physician Assistant
14. Mai 2018
Münster – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) warnt vor einem „Akademisierungswahn“ in Deutschland. Er halte zum Beispiel nichts von der Entwicklung, für immer mehr Berufe einen Bachelor zu
NEWSLETTER