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Ärzteschaft

Ärztetag befasst sich mit verstärkter Einrichtung von Portalpraxen

Dienstag, 8. Mai 2018

Erfurt – Die Delegierten des 121. Deutschen Ärztetages in Erfurt haben sich heute mit dem Ausbau des Angebotes von Portalpraxen an Krankenhäusern befasst. Dabei ging es unter anderem darum, ob die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in den Portalpraxen eine ambulante Notfallversorgung rund um die Uhr anbieten sollten.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg sprach sich dafür aus. In Baden-Württemberg würden etwa 500.000 Menschen pro Jahr die Notaufnahme der Krankenhäuser aufsuchen, während die Arztpraxen geöffnet hätten. Es sei sinnvoll, an ausgewählten Krankenhäusern Portalpraxen einzurichten, „damit die Leute ins ambulante System zurückgeschickt werden“, so Metke. Schließlich würden die Krankenhäuser zu Recht darauf verweisen, dass sie keine Bagatellerkrankungen in der Notaufnahme behandeln wollten.

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Portalpraxen in Schleswig-Holstein werden gut angenommen

Norbert Jäger aus Schleswig-Holstein berichtete davon, dass die bislang existierenden Portalpraxen in seinem Bundesland sehr gut angenommen würden. Sie hätten rund um die Uhr geöffnet und seien mittlerweile bei den Patienten gut bekannt. „In diese Portalpraxen kommen dann auch Patienten ohne Hausarzt oder Touristen“, so Jäger. Und wenn es sich wirklich um einen Notfall handle, könne man die Patienten schnell ins Krankenhaus einweisen.

Klaus Schäfer /Gebhardt

Klaus Schäfer von der Ärztekammer Hamburg betonte allerdings, dass die Politik den Mut haben müsse zu entscheiden, an welchen Krankenhäusern Portalpraxen eingerichtet werden und an welchen nicht. „Die Krankenhäuser möchten schließlich alle gerne eine Portalpraxis im Haus haben“, so Schäfer. „Aber wir können nicht an jeder Klinik eine Portalpraxis einrichten.“

Ohne ein verpflichtendes Primärarztsystem kriegen wir das Problem nicht in den Griff. Michael Andor

Andere Delegierte sprachen sich gegen eine Ausweitung des Angebotes von Portalpraxen aus. So wies Bernd Bertram, Delegierter aus Nordrhein, darauf hin, dass die niedergelassenen Ärzte, die in den Portalpraxen arbeiteten, in ihren Praxen fehlten. Und Karsten Tiemann aus Mecklenburg-Vorpommern gab zu bedenken, dass Portalpraxen, die rund um die Uhr geöffnet seien, die Patienten aus den Praxen der niedergelassenen Ärzte herauszögen. „Für die Patienten ist das sehr attraktiv. Denn im Zweifel könnten sie dann gleich ins Krankenhaus eingewiesen werden“, sagte Tiemann.

Mehrere Delegierte sprachen sich für eine bessere Steuerung aus, bevor Patienten die Notfallversorgung in Anspruch nehmen. „Ohne ein verpflichtendes Primärarztsystem wie in Skandinavien werden wir das Problem nicht in den Griff bekommen“, sagte Michael Andor aus Hessen. Und Tiemann forderte, die Patienten durch finanzielle Anreize zu steuern: „Geld ist das Erziehungsmittel für Erwachsene.“

In den kommenden Tagen werden die Delegierten des Ärztetags über einen Antrag abstimmen, der eine verstärkte Einrichtung von rund um die Uhr geöffneten Portalpraxen an Krankenhäusern befürwortet. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Mittwoch, 9. Mai 2018, 13:01

Kosten? Finanzierung durch wen? Personal? Arbeitszeit?

Wie abgehoben diskutiert das "demokratische Ärzteparlament" mit dem Widerspruchsgeist von Martin Luther über 500 Jahre später?
Wer kennt die Paragraphen der Notfalldienstordnung seiner KV bezüglich der Finanzierung?
LNS

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