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Medizin

Uhrzeit bestimmt Agressivität bei Demenzpatienten

Mittwoch, 9. Mai 2018

/highwaystarz, stockadobecom

Kopenhagen – Wenn am Abend die Sonne untergeht, erleben rund 20 % aller Alzheimerpatienten zunehmende Verwirrung, Angst, Unbehagen, Orientierungs­losigkeit, Irritation und Aggression (Sundown-Syndrom). Ein Forscherteam aus dem Department of Drug Design and Pharmacology der Universität Kopenhagen hat jetzt einen Zusammenhang zwischen dem Teil des Gehirns, der die zirkadiane Uhr oder den zirkadianen Rhythmus enthält, und einem Teil des Gehirns, der die Aggression kontrolliert, identifiziert und abgebildet (Nature 2018; doi: 10.1038/s41593-018-0126-0).

„Wir haben gezeigt, dass die zirkadiane Uhr bei Mäusen durch einen Zellkreislauf eng mit einem Aggressionszentrum im Gehirn der Maus verbunden ist. Das menschliche Gehirn hat die gleichen Zellgruppen, die der Kreislauf durchläuft. Mit diesem Wissen sind wir nun in der Lage, diesen Schaltkreis pharmakologisch und zielgerichtet anzusteuern, die Menschen am Ende des Tages aggressiv machen“, sagte Timothy Lynagh vom Department of Drug Design and Pharmacology der Universität Kopenhagen.

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Aktivität der Gehirnzellen gemessen

Die innere Uhr oder der zirkadiane Rhythmus befindet sich laut den Forschern in dem Teil des Gehirns, der als suprachiasmatischer Kern bezeichnet wird. Einer der Teile des Gehirns, die aggressives Verhalten kontrollieren, ist der ventromediale Hypothalamus.

Die Wissenschaftler haben im Labor des Hauptautors Clifford Saper in Boston die Aktivität der Gehirnzellen gemessen. Sie haben auch Teile des Zellkreises im Gehirn von Mäusen abgeschaltet, um den Kreislauf abzubilden und die Zellen zu identifizieren, die die beiden Teile des Gehirns verbinden. Dafür haben sie eine spezielle Methode entwickelt.

„Wir nehmen einen Rezeptor und mutieren ihn, sodass er für nichts im Gehirn empfindlich ist, aber sehr empfindlich für ein bestimmtes Medikament. Das Werkzeug funktioniert wie ein Ein/Aus-Schalter. Wenn man das Proteinwerkzeug in das Gehirn der Maus gibt, passiert unter normalen Umständen nichts. Aber wenn man dem Tier das Medikament gibt, werden die Zellen, die den Rezeptor tragen, abgeschaltet“, erläuterte Lynagh.

Das Tool kann laut den Forschern auch in anderen Zusammenhängen als dem Sundown-Syndrom eingesetzt werden. In anderen Studien wurde Lynaghs Werkzeug zum Beispiel verwendet, um Zellen bei Ratten abzuschalten, die mit Angst und Furcht verbunden sind. © hil/aerzteblatt.de

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