NewsHochschulenCharité koordiniert Europaprojekt für bessere Prävention und Therapie des Schlaganfalls
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Charité koordiniert Europaprojekt für bessere Prävention und Therapie des Schlaganfalls

Mittwoch, 9. Mai 2018

Berlin – Die Europäische Union (EU) fördert über ihr Forschungs- und Innovations­programm „Horizon 2020“ ein Verbundprojekt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin für eine bessere Prävention und Therapie des Schlaganfalls. Das Projekt namens „Precise4Q“ hat das Ziel, die Belastung durch Schlaganfall für den Einzelnen und für die Gesellschaft zu minimieren.

Dafür sammeln die Wissenschaftler um Dietmar Frey von der Klinik für Neurochirurgie der Charité europaweit Daten aus unterschiedlichen Quellen und intergrieren sie in selbstlernende Computermodelle. Die daraus resultierenden Vorhersagemodelle sollen personalisierte Präventions- und Therapiestrategien für Patienten ermöglichen. Dabei geht es um die Akutbehandlung des Schlaganfalls und um die Phasen Prävention, Rehabilitation und Reintegration.

Anzeige

„Precise4Q wird klinisch messbare und nachhaltige Auswirkungen haben und zu einem besseren Verständnis von Risiko- und Gesundheitsfaktoren sowie der individuellen Widerstandsfähigkeit von Schlaganfallpatienten führen“, sagte Frey. Man wolle in Zukunft während aller Krankheitsphasen des Schlaganfalls eine präzise personalisierte Therapiestrategie anbieten, die die Lebensqualität des individuellen Menschen, dessen Rechte und Autonomie im Fokus haben.

Die für das Projekt verwendeten Informationen stammen aus unterschiedlichen Quellen. Neben klinischen, physiologischen, genetischen und biochemischen Daten wird auch die medizinische Bildgebung herangezogen. Für die Analyse werden sie gesammelt und standardisiert, um strukturierte Datensätze zu erhalten. Dieses Material wird zum Design, Training und Test für Modelle genutzt, die auf Prinzipien der künstlichen Intelligenz, insbesondere des maschinellen Lernens beruhen.

Die Vorhersagekraft der Modelle und Simulationen soll durch den Vergleich mit Daten von Gesunden und Patienten in retrospektiven und prospektiven Studien überprüft werden. Schließlich sollen die generierten Vorhersagemodelle in eine digitale Informationsplattform integriert werden, die „Digital Stroke Patient Platform“. Diese Plattform wollen die Wissenschaftler als ein Unterstützungssystem für klinische Entscheidungen im Sinne eines sogenannten Clinical Decision Support Systems bereitstellen.  

An Precise4Q beteiligen sich neben der Charité – Universitätsmedizin Berlin elf Kooperationspartner, unter anderem das Dublin Institute of Technology, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die AOK und das Estonian Genome Center. Das Projekt wird über vier Jahre mit einer Gesamtsumme von 5,9 Millionen Euro gefördert. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Dezember 2018
Magdeburg – Die IKK gesund plus übernimmt künftig für Aphasiepatienten die Kosten für eine neue digitale Unterstützung. Mit einer durch das Unternehmen Neolexon entwickelten App für Logopädie können
IKK gesund plus setzt auf Sprachtherapie-App für Aphasie-Patienten
3. Dezember 2018
Dresden – Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden bietet Schlaganfallpatienten und deren Angehörigen ein neues Beratungsangebot zu sozialrechtlichen und psychosozialen Fragen. Dabei handelt
Beratungsangebot für Schlaganfallpatienten in Dresden
9. November 2018
Cambridge – Menschen mit einem hohen genetischen Schlaganfallrisiko können ihre Chance auf einen Schlaganfall durch einen gesunden Lebensstil reduzieren. Das berichtet ein internationales
Gesunder Lebensstil reduziert Schlaganfallrisiko auch bei genetischer Belastung
26. Oktober 2018
Berlin – Der Schlaganfall ist mehr als nur ein Notfall. Nach der Akutphase gilt der Schlaganfallpatient als Chroniker, der eine intensive Betreuung benötigt. Die verfügbaren Präventionsmaßnahmen
Sekundärprophylaxe: Den zweiten Schlaganfall verhindern
22. Oktober 2018
Berlin – Die reine Transportzeit eines Schlaganfallpatienten zur Stroke Unit eines Krankenhauses soll künftig nicht länger als 30 Minuten dauern. Das will Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU)
Änderung bei Transportzeit von Schlaganfallpatienten geplant
14. September 2018
Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat den Krankenkassen vorgeworfen, über die vom Medizinischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) durchgeführten Abrechnungsprüfungen eine
Warnung vor Zerschlagung der Behandlungsstrukturen bei Schlaganfallversorgung
13. September 2018
Münster – Bei tracheotomierten Patienten, die nach einem Schlaganfall unter Schluckstörungen leiden, bildet sich die schlaganfallbedingte Dysphagie deutlich rascher zurück, wenn sie eine pharyngeale
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER