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Cochrane Review bewertet HPV-Impfung als sicher

Mittwoch, 9. Mai 2018

HPV-Impfung Spritze /Tobias Arhelger, stock.adobe.com
/Tobias Arhelger, stock.adobe.com

Brüssel – Bei Mädchen und Frauen zwischen 15 und 26 Jahren, die sich gegen humanen Papillomaviren HPV 16 und HPV 18 impfen lassen, sinkt das Risiko für die gefährliche Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs (CIN2+) von 164 je 10.000 auf 2 je 10.000. Der schützende Effekt war größer bei jenen, die vor der Impfung noch nie mit den beiden Hochrisiko-HPV-Typen, die für rund 70 % der Fälle von Gebärmutterhals­krebs verantwortlich sind, infiziert worden waren. Zu diesem Ergebnis kommen Autoren in einem Cochrane Review, in dem sie 26 Publikationen mit 73.428 Teil­nehmerinnen über einen Zeitraum von bis zu 8 Jahren nach Impfung ausgewertet haben (2018, doi: 10.1002/14651858.CD009069.pub3).

Impfempfehlungen

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) als Standard­impfung, Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren zweimal im Abstand von 5 Monaten zu impfen. Bis zum 18. Geburtstag kann die Impfung nachgeholt werden, dann aber mit 3 statt 2 Dosen. Krankenkassen übernehmen die Kosten. Die Leitlinie „Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien“ empfiehlt, auch Jungen zu impfen, und zwar ab dem 9. Lebensjahr.

In Österreich ist der Neunfachimpfstoff Teil des nationalen, kostenfreien Impfprogramms „für Mädchen und Buben vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr“; Nachholimpfungen sind zum „vergünstigten Selbstkostenpreis“ möglich.

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In der Schweiz wird die HPV-Impfung allen im Alter von 11 bis 14 Jahren empfohlen; den Mädchen als Basisimpfung, den jungen als ergänzende Impfung; 15- bis 26-Jährige können die HPV-Impfung nachholen. Die Impfung ist kostenlos für 11- bis 26-Jährige im Rahmen der kantonalen Impfprogramme.

Für die noch gefährlichere Vorstufe CIN3+ sank das Risiko von 70 auf 0 je 10.000. Ein weniger deutlicher schützender Effekt ergab sich, wenn die Probanden zum Zeitpunkt der Impfung bereits mit HP-Viren in Kontakt gekommen waren: Das Risiko für CIN2+ in Verbindung mit HPV 16 oder HPV 18 sank mit hoher Sicherheit von 341 auf 157 je 10.000. Bei Frauen, die im Alter von 24 bis 45 Jahren gegen HPV geimpft wurden, hatte die HPV-Impfung keinen schützenden Effekt mehr. Das Risiko war mit moderater Sicherheit ähnlich wie bei den nicht gegen HPV geimpften Frauen. Die Kontrollgruppen hatten je nach Studie entweder ein Schein­präparat oder einen anderen Impfstoff erhalten.

Außerdem ergaben sich in der Meta­analyse keine Anhaltspunkte dafür, dass die HPV-Impfung mit einem erhöhten Risiko für ernste unerwünschte Neben­wirkungen einherging – die HPV-Impfung kann somit als sicher gelten. Das Cochrane Review bestätigt somit die Effektivität und Sicherheit der HPV-Impfung, die bereits in früheren Studien gezeigt wurde.

Schulimpfung gegen niedrige HPV-Impfquoten

Trotzdem waren deutschlandweit nur 31 % der 15-jährigen Mädchen im Jahr 2015 dreimal geimpft. Die höchste Impfquote für eine vollständige Impfserie war mit 53 % in Sachsen-Anhalt; die niedrigste mit 21,1 % in Bayern, und das trotz Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Die in Deutschland so geringe Durchimpfungsquote ließe sich einfach mit niederschwelligen, freiwilligen Impfangeboten in den Schulen ändern, ist Hedwig Roggendorf von der Technischen Universität München überzeugt: „Durch schulbasierte Impfprogramme sind in England und Schottland mehr als 90 % der 12 und 13 Jahre alten Mädchen gegen HPV geimpft.”

Auch in Australien und Kanada sind Schulimpfprogramme erfolgreich: In Australien sorgen Schulimpfprogramme für eine Durchimpfungsrate von rund 90 % und rund 80 % bei den 9- bis 26-Jährigen; In Kanada liegt die Quote je nach Provinz bei bis zu 80 %. Auch in Norwegen und Rumänien wird ebenfalls an Schulen geimpft.

Ein Schulimpfprogramm an Grundschulen in Südhessen verfolgt seit 2015 genau diesen Ansatz – mit Erfolg, wie Mit-Initiatorin des Projekts „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ Catharina Maulbecker-Armstrong berichtet: Die Teilnahmerrate an der HPV-Impfung auf mehr als 75 % erhöhen.

In einer 2012/13 vom Robert-Koch-Institut (RKI) durchgeführten Onlinebefragung unter jungen Frauen mit Wohnsitz in Deutschland im Alter von 18 bis 25 Jahren gaben ungeimpfte Frauen als häufigsten Grund für eine Nichtimpfung Sicherheitsbedenken und Angst vor Nebenwirkungen an. „Für jene Frauen, die sich allerdings für die Impfung entschieden haben und sich auch gegen HPV haben impfen lassen, war der wichtigster Faktor die aktive Empfehlung durch den behandelnden Arzt“, erklärt Thomas Harder, Fachgebiet Impfprävention am RKI. Sicherheitsbedenken gegenüber der HPV-Impfung könnten unter anderem behoben werden, indem Ärzte die Impfung aktiv anbieten. Auch ein deutschlandweites Schulimpfprogramm würde Harder befürworten.  © gie/aerzteblatt.de

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