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Androgenetische Alopezie: SFRP1-Inhibitor lässt Haare sprießen

Donnerstag, 10. Mai 2018

/Fotoeventis, stockadobecom

Manchester – Britische Forscher haben herausgefunden, warum das Immun­suppressivum Cyclosporin A zur Hypertrichose führt. In PLoS Biology (2018; doi: 10.1371/journal.pbio.2003705) berichten sie außerdem, dass ein ursprünglich für die Behandlung der Osteoporose entwickelter Wirkstoff als Haarwuchsmittel verwendet werden könnte. Eine klinische Prüfung steht jedoch noch aus.

Zur Behandlung der androgenetischen Alopezie sind derzeit nur 2 Wirkstoffe – Minoxidil und Finasterid – zugelassen. Beide haben jedoch störenden Nebenwirkungen und sie erzielen nur eine bescheidene Wirkung, sodass Haartransplantationen heute die effektivste Behandlung sind.

Wesentlich effektiver als mit Minoxidil oder Finasterid lässt sich das Haarwachstum durch das Immmunsuppressivum Cyclosporin A stimulieren, zu dessen Nebenwirkung eine Hypertrichose gehört. Als Haarwuchsmittel kommt Cyclosporin A jedoch aufgrund seiner toxischen Wirkungen auf Nieren und Leber nicht infrage.

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Es bestand jedoch die Hoffnung, dass die immunsupprimierende Wirkung von Cyclosporin A, die auf der Hemmung von Calcineurin in T-Zellen beruht, auf andere Weise zustande kommt wie die Verlängerung der anagenen Phase in den Haarfollikeln.

Um den genauen Wirkungsmechanismus zu entschlüsseln, hat ein Team um Ralf Paus von der Universität Manchester mit einem Microarray untersucht, welche Gene in menschlichen Haarfollikeln nach der Gabe von Cyclosporin A aktiviert werden und welche blockiert werden. Die größten Unterschiede wurden beim Wnt-Inhibitor SFRP1 gefunden. SFRP1 wird in den dermalen Papillen der Haarfollikel gebildet, wo es offenbar ein Schalter ist für den Wechsel von der anagenen Wachstumsphase des Haares in die katagene Ruhephase. Jedenfalls konnten die Forscher diesen Übergang im Labor durch die Gabe von rekombinantem SFRP1 induzieren.

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass der Wnt-Inhibitor SFRP1 auch in anderen Geweben vorkommt, darunter im Knochen. Die Blockade von SFRP1 wird als neuer Ansatz zur Behandlung der Osteoporose diskutiert. Zu den möglichen Wirkstoffen gehört der SFRP1-Inhibitor WAY-316606, der in präklinischen Studien die Knochenbildung stimuliert hat (Bone 2009; 44: 1063–8).

Die britischen Forscher haben deshalb untersucht, ob WAY-316606 auch das Haarwachstum fördern könnte. In den Laborexperimenten verlängerte WAY-316606 tatsächlich die anagene Phase, was für eine Verbesserung des Haarwachstums spricht. Die Wirkung war laut Paus sogar stärker als die von Cyclosporin A.

Ob sich WAY-316606 als Haarwuchsmittel eignet, ist jedoch noch nicht bekannt. Die Experimente befinden sich noch in einem frühen Stadium. Der nächste Schritt wären tierexperimentelle Studien, um die Sicherheit von WAY-316606 zu testen. Da der Wnt-Stoffwechselweg in vielen Zellen von elementarer Bedeutung ist, von der Embryogenese bis zur Vermeidung von Krebserkrankungen, muss wohl mit Komplikationen gerechnet werden. Ob sie sich durch eine topische Anwendung vermeiden ließen, bleibt abzuwarten. © rme/aerzteblatt.de

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