NewsPolitikWeiter Streit um Personaluntergrenzen im Krankenhaus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Weiter Streit um Personaluntergrenzen im Krankenhaus

Mittwoch, 9. Mai 2018

/dpa

Berlin – Die Auseinandersetzungen um die Personaluntergrenzen im Krankenhaus reißen nicht ab. Heute übten verschiedene Patientenvertretungsorganisationen, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Gewerkschaftsbund Kritik.

„Das sich im Rahmen der Verhandlungen um Pflegepersonal­untergrenzen abzeich­nende Ergebnis wird dem Ziel nicht gerecht, die pflegerische Versorgung in deutschen Krankenhäusern und die Arbeitssituation der Pflegekräfte spürbar zu verbessern“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Organisationen beziehen sich dabei auf die entsprechenden Verhandlungen zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband.

Anzeige

Patientenvertreter und Verbände fordern, dass die Personalvorgaben für Krankenhäuser so bemessen sind, dass sie eine bedarfsgerechte Pflege ermöglichen. Untergrenzen, die ausschließlich darauf abzielen, akute Patientengefährdung zu reduzieren, würden diesem Anspruch nicht gerecht, sagten sie. Zudem müsste adäquat und verlässlich kontrolliert werden, dass die Untergrenzen eingehalten werden. Darüber hinaus seien diese für Patienten in verständlicher und relevanter Form transparent zu machen.

Diese Mindestanforderungen würden vom Verhandlungsergebnis aus Sicht der Gewerkschaften und Patientenverbänden von DKG und GKV-Spitzenverband „absehbar nicht erfüllt“. „Die Politik ist nun gefordert, für spürbare Verbesserungen für Patienten und Pflegekräfte zu sorgen“, so die Forderung.

Laut der DKG läuft die Kritik „ins Leere“: „Solange die Organisationen ein anderes Ziel verfolgen, als der Gesetzgeber mit den Personal­untergrenzen vorgegeben hat, kann eine Verständigung nicht erreicht werden“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die Forderung nach Personalvorgaben für eine bedarfsgerechte Pflege sei mit der gesetzlichen Vorgabe zur Einführung von Personaluntergrenzen zur Vermeidung von Gefährdungssituationen nicht zu vereinbaren, erläuterte er seine Position. 

Zu der Forderung nach einer adäquaten und verlässlichen Kontrolle der Personal­vorgaben sagte er: „Eine schicht- und tagesgenaue Erfassung des eingesetzten Personals und des Pflegebedarfs der Patienten für Sanktionierungen, die auf Tagesabweichung abstellen, wären ein bürokratischer Gau und hätten das Potenzial, die Krankenhausversorgung in Deutschland lahmzulegen“. 

GKV-Spitzenverband und DKG sähen vor, zunächst Monatsdurchschnittswerte für die Personalbemessung einzuführen. Diese sollten am Ende eines Quartals transparent gemacht werden. Zudem sollten die Tage angegeben werden, an denen die Personaluntergrenzen nicht erreicht wurden. „Diese Vorgehensweise geht über die gesetzliche Vorgabe hinaus, die Transparenz nach Ablauf des jeweiligen Budgetjahres fordert“, betonte Baum. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Februar 2019
Mainz – Die Pflegepersonaluntergrenzen für verschiedene Versorgungsbereiche haben sich der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zufolge als „administratives Monstrum“ entpuppt. Die Untergrenzen seien so
Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen laut Landespflegekammer viel zu bürokratisch
11. Februar 2019
Frankfurt am Main/Kassel – Angesichts des Personalmangels in der Pflege haben nach einer Branchenumfrage weit mehr als die Hälfte der Einrichtungen offene Stellen. 60 Prozent haben demnach unbesetzte
Pflegeheime: Offene Stellen und kein Geld für mehr Personal
8. Februar 2019
Düsseldorf – Der drohende Brexit sorgt für Zukunftsängste bei vielen EU-Bürgern, die in Großbritannien arbeiten. Davon will jetzt die Universitätsklinik Düsseldorf profitieren. In Anzeigen in zwei
Universitätsklinik Düsseldorf wirbt in Großbritannien um Pflegekräfte
7. Februar 2019
Schwerin – Um den Fachkräftemangel in der Kranken- und Altenpflege zu mildern, will das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern die Ausbildung von zunächst maximal 50 vietnamesischen
Mecklenburg-Vorpommern will Ausbildung vietnamesischer Pflegefachkräfte unterstützen
7. Februar 2019
Berlin – Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für die Einstellung von Pflegekräften an Berliner Schulen stark. Diese könnten sich um Schüler kümmern, die ein Handicap haben, krank sind oder
Gewerkschaft will Pflegekräfte an Berliner Schulen
1. Februar 2019
Berlin – In Deutschland müssen mehr Pflegekräfte akademisch ausgebildet werden. Zudem müssen Pflegekräften mehr Kompetenzen eingeräumt werden. Diese Forderungen erhebt die Studie „Pflege in anderen
Ruf nach mehr Kompetenzen für Pflegekräfte
31. Januar 2019
Berlin – Die evangelischen Krankenhäuser in Deutschland wollen Pflegeschüler intensiver dabei unterstützen, ihre begonnene Ausbildung abzuschließen. „Unser Ziel ist es, die Zahl der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER