NewsAuslandAustralier Goodall nach tödlicher Infusion verstorben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Australier Goodall nach tödlicher Infusion verstorben

Donnerstag, 10. Mai 2018

Basel – Der 104 Jahre alte Australier David Goodall ist tot. Der Wissenschaftler habe heute in Anwesenheit mehrerer Enkelkinder eine tödliche Infusion erhalten und sei kurze Zeit später gestorben, teilte ein Sprecher der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit mit. Begleitend zur Infusion sei auf den Wunsch des Sterbenden die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgelegt worden.

Goodall wollte wegen seiner Altersgebrechen nicht mehr länger leben und war in die Schweiz gereist, wo Sterbehilfe erlaubt ist. Mit seinem Schritt wollte er auch in anderen Ländern die Diskussion um die Art eines würdevollen Abschieds vom Leben anstoßen.

Anzeige

Seine letzten Tage verbrachte der im Rollstuhl sitzende Botanik-Professor mit Verwandten. Seine Familie verstehe seinen Entschluss, sagte Goodall bei einer Pressekonferenz einen Tag vor seinem Tod. Der Forscher war seit 20 Jahren Mitglied einer Sterbehilfeorganisation. Während in Deutschland Sterbehilfe verboten ist, gibt es in der Schweiz etwa zehn Vereine, die Sterbebegleiter stellen.

Laut Exit wollte Goodall, dass seine Asche verstreut wird. Er wolle kein Begräbnis oder irgendeine Zeremonie, so die Sterbehilfeorganisation. Der 104-Jährige glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Januar 2019
Straßburg – Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof nimmt einen belgischen Fall aktiver Sterbehilfe an. Die belgische Regierung habe Fragen zu dem Fall aus Straßburg erhalten, bestätigte eine
Menschengerichtshof behandelt belgischen Sterbehilfefall
13. Dezember 2018
Karlsruhe/Landshut – Eine Frau im Wachkoma, über deren Patientenverfügung jahrelang vor Gericht gestritten wurde, darf nach einer Entscheidung des XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) sterben
Wachkoma-Patientin darf sterben, Patientenverfügung laut BGH wirksam
29. November 2018
Amsterdam/Brüssel – In Belgien müssen sich drei Ärzte wegen aktiver Sterbehilfe bei einer 38-Jährigen vor Gericht verantworten. Deren Familie werfe den Ärzten vor, das psychische Leiden der Patientin
Belgische Ärzte wegen aktiver Sterbehilfe vor Gericht
9. November 2018
Den Haag – Die niederländische Justiz hat erstmals seit der Legalisierung der Sterbehilfe in dem Land vor 16 Jahren ein Verfahren gegen eine Ärztin wegen der Tötung einer Demenzpatientin eingeleitet.
Erstes Verfahren in den Niederlanden wegen Sterbehilfe
31. Oktober 2018
Brüssel – Ein französischer Arzt will in Belgien aktive Sterbehilfe für Franzosen anbieten. Der belgische Ausschuss für Bioethik habe sich skeptisch dazu geäußert, berichten flämische Medien. „Wir
Französischer Arzt will Sterbehilfe in Belgien anbieten
29. Oktober 2018
Arnheim – Ein Kopfnicken und ein Kneifen in die Hand können in den Niederlanden als Zustimmung zur aktiven Sterbehilfe ausreichen. Das entschied die Staatsanwaltschaft im ostniederländischen Arnheim
Gesten können in den Niederlanden für aktive Sterbehilfe ausreichen
25. Oktober 2018
Rom – Das italienische Parlament muss das geltende Gesetz zur Suizidbeihilfe überarbeiten. Nach einem gestrigen Urteil des römischen Verfassungsgerichts trägt die geltende Regelung bestimmten
LNS
NEWSLETTER