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Ärzteschaft

Ärztetag: Widerspruchs- sollte Entscheidungslösung in der Organspende ablösen

Donnerstag, 10. Mai 2018

/Gerhard Seybert, stock.adobe.com

Erfurt – Die Widerspruchslösung sollte die derzeit bestehende Entscheidungslösung in der Organspende ersetzen. Dafür hat sich heute nach kurzer Debatte der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt ausgesprochen. Die Delegierten forderten den Gesetzgeber auf, das Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend zu verändern.

„Es kann von jeder Bürgerin und jedem Bürger nach der gesetzlich in § 2 Abs. 1 TPG geregelten Aufklärung durch die Krankenkassen erwartet werden, dass sie sich mit der Problematik auseinandersetzen und im Falle einer tatsächlichen Ablehnung ihr NEIN zur Organspende formulieren“, heißt es in dem Antrag.

In der Begründung zum Antrag wird ausgeführt, dass die Organspendebereitschaft in der Gesellschaft auch nach einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hoch sei, trotzdem würden die jährlichen Organspenderzahlen in Deutschland seit zehn Jahren kontinuierlich sinken.

„Dieses Problem, das jedes Jahr den Tod für viele Patienten auf der Warteliste bedeutet, muss durch viele verschiedene Maßnahmen angegangen werden. Eine dieser Maßnahmen ist die Einführung der in fast allen europäischen Ländern üblichen Widerspruchslösung“, heißt es weiter.

Der Abstimmung waren nur wenige Wortmeldungen vorangegangen. „Wir brauchen einen Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung“, hatte Karl Breu (Bayern) erklärt. Man sollte sich der Verantwortung stellen und ein Zeichen setzen. „Bitte stimmen Sie für unsere Patienten und für die Widerspruchslösung“, warb er.

Sven Christian Dreyer (Nordrhein) sprach sich gegen die Widerspruchslösung aus. Es sei das Recht des Bürgers, sich nicht aktiv mit der Organspende zu beschäftigen. Dieses dürfe man ihm mit der Widerspruchslösung nicht nehmen. Er führte aus, dass es immer noch große Kliniken gebe, in denen es Unregelmäßigkeiten gebe. Erst wenn das vollständige Vertrauen in die Transplantationsmedizin wiederhergestellt worden sei und sich alle immer an die bestehenden Regeln hielten, könne man der Bevölkerung diese Lösung zumuten, sagte er.

Das Thema war zuletzt auf dem 115. Deutschen Ärztetag im Jahr 2012 diskutiert worden. Damals hatten sich die Delegierten für die Einführung der Entscheidungs­lösung ausgesprochen. In der SPD mehrten sich zuletzt zwar die Stimmen für eine Widerspruchslösung. In der Union lehnt man diese bislang allerdings ab. © may/aerzteblatt.de

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