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Datenschutzgrund­verordnung: Ärzte sollten sichere WhatsApp-Alter­nativen nutzen

Freitag, 11. Mai 2018

Mit dem hohen Nutzungskomfort von Diensten wie Dropbox, Skype oder WhatsApp geht ein hohes datenschutzrechtliches Risiko einher. /dpa

London – Viele Ärzte nutzen WhatsApp, facebook-Messenger, Skype oder Dropbox nicht nur privat. Sie verschicken darüber auch medizinische Befunde, um den Rat von Kollegen einzuholen. Spätestens am 25. Mai sollten Ärzte sich eine sichere Alternative suchen. Denn an diesem Tag tritt die Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union (DSGOV) in Kraft. In einem kürzlich im BMJ erschienenen Feature werden Messenger-Dienste für Ärzte vorgestellt (2018; doi: 10.1136/bmj.k622).

Laut der neuen Richtlinie dürfen Ärzte und Arbeitgeber Messengerdienste nur anwenden, wenn die Datensicherheit und der Schutz vor unberechtigten Datenzugriffen sichergestellt sind. Die Kommunikations-App darf Geschäftsdaten auf dem Handy nicht in unzulässiger Weise für eigene Zwecke verarbeiten.

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Von einem Austausch sensibler Daten über WhatsApp rieten bereits 2015 die Autoren eines Beitrags im ab: WhatsApp-Nutzer könnten nicht sicherstellen, dass vertrauliche Nachrichten beim vorgesehenen Empfänger ankämen und nicht bei einem Dritten. Zudem verweisen sie auf Lücken in der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des verbreiteten Messengerdiensts.

Auch Uwe Günther, Sanovis-Geschäftsführer, warnt im (17/2017) vor der Intransparanez von Dropbox, Skype oder WhatsApp: Wer solche Dienste nutzt, büße die alleinige Verfügungsgewalt über die Daten ein, da diese außerhalb der eigenen IT-Systeme gespeichert und verarbeitet würden.

Elektronische Kommunikation: Verschlüsselung schützt sensible Daten

Auch ohne eine etablierte Tele­ma­tik­infra­struk­tur können Arztpraxen durch die Einführung geeigneter Maßnahmen sicher kommunizieren. Elektronische Kommunikation gehört für die meisten Menschen, die in Heilberufen arbeiten, im Privatleben mittlerweile zum Alltag. In vielen Fällen ersetzt sie heute die klassische Telefonie oder die Briefpost und ist dabei sogar noch schneller und kostengünstiger. Im

Für die medizinischen Abläufe im Krankenhaus können Kommunikations-Apps wie WhatsApp dennoch sehr nützlich sein. EKG-, Laborbefunde, Ultraschall- und Röntgenbilder sind mit dem Smartphone schnell abfotografiert und mittels Messenger-App ohne technische Hürden wie Firewalls und Ähnliches umgehend an Kollegen versendet.

Gerade in der Kardiologie sei die schnelle und mobile Übermittlung von Bildbefunden durchaus sinnvoll, sagt der Holger Eggebrecht vom Cardioangiologischen Centrum am Bethanien (CCB) in Frankfurt a.M. dem DÄ.

Es gibt durchaus Alternativen zu WhatsApp, sie werden aber noch von zu wenigen Ärzten genutzt, was sich mit der DSGOV ändern könnte. Holger Eggebrecht, Cardioangiologischen Centrum am Bethanien, Frankfurt a.M.

„An unserer Klinik nutzen wir seit Juni 2017 eine sichere Messenger-App Siilo, die nur Ärzte nutzen können“, sagte Eggebrecht. Bilder werden bei Siilo nicht im üblichen Kameraarchiv gespeichert, sondern separat, so dass Unbefungte bei Verlust des Handys nicht darauf zugreifen können.

„Es gibt durchaus Alternativen zu WhatsApp, sie werden aber noch von zu wenigen Ärzten genutzt, was sich mit der DSGOV ändern könnte“, hofft der Kardiologe.

Im BMJ werden neben Siilo weitere Alternativen speziell für den medizinischen Alltag vorgestellt: Careflow Connect, MedicBleep. MedCrowd, Hospify, Streams und Forward. Keine davon biete eine perfekte Lösung, sagte Mona Johnson, vom englischen National Health Service Digital.

Alle WhatsApp-Alternativen erfüllen die Richtlinien für den Datenschutz, ermöglichen aber unterschiedliche Funktionen. Nachrichten von Siilo und Hospify bleiben nur kurze Zeit auf einem Server in Europa gespeichert. Siilo löscht die Nachrichten zudem automatisch nach 30 Tagen vom Smartphone des Arzts. Die App forward bietet mehr als nur den Versand von Nachrichten. Das Patientenprofil mit Diagnosen und Therapien ist ebenfalls in der App hinterlegt. Ein App-Guide, in dem Johnson die Funktionen der Alternativen vergleicht, soll laut NHS digital in den kommenden zwei Wochen online erscheinen.

Darüber hinaus gibt es noch sichere Messenger-Apps, die nicht speziell für Ärzte konzipiert wurden, wie Threema und Signal. Sie nutzen zusätzlich zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eine Authentifizierung des Kommunikationspartners.

Weniger überzeugt von einer Alternative zu WhatsApp ist hingegen Helgi Johannsson, Anästhesist am Imperial College Healthcare NHS Trust. Er befürchtete, dass diese Messenger-Apps von kleinen Firmen entwickelt werden, die Gefahr laufen wieder eingestellt zu werden oder nicht über das neueste Update verfügen. © gie/aerzteblatt.de

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