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Politik

Politik verspricht bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte

Freitag, 11. Mai 2018

/dpa

Berlin – Den morgigen internationalen Tag der Pflege haben Verbände und Politiker heute genutzt, um Verbesserungen für Pflegekräfte in Klinik und Altenheimen einzufordern oder solche zu versprechen.

„In einem ersten Schritt bringen wir unser Sofortprogramm für 8.000 neue Fachkraftstellen im stationären Bereich auf den Weg. In einer konzertierten Aktion Pflege werden wir dann weitere Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in diesen wichtigen Berufen zu verbessern“, sagte die gesund­heitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karin Maag. Eine angemessene Vergütung des Pflegepersonals dürfe aber nicht zulasten der Pflege­bedürftigen und ihren Familien gehen.

Auf bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege dringt Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU). „Mein Ziel ist, mehr Frauen und Männer für den Pflegeberuf zu begeistern. Wichtig sind dabei in erster Linie eine attraktive Ausbildung mit guten Berufsperspektiven sowie mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in den Pflegeeinrichtungen“, sagte sie. 

Befragung wegen möglicher Pflegekammer in NRW

Bessere Rahmenbedingungen für die Pflege mahnte der nordrhein-westfälische (NRW) Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) an. Gleichzeitig kündigte er eine Befragung unter den Pflegenden nach einer Interessenvertretung noch in diesem Jahr an.

„Als wichtiger Akteur des Gesundheitssystems sollen die Pflegenden ihre Position selbstbewusst in die sie betreffenden Diskussionen einbringen können. Darum ist es an der Zeit, die professionell Pflegenden zu fragen, ob sie eine professionelle Berufs­vertretung, zum Beispiel eine Pflegekammer, auch in Nordrhein-Westfalen möchten“, so Laumann in Düsseldorf.

Fachkräftemangel

In der Alten- und Krankenpflege sind deutschlandweit rund 35.000  Stellen nicht besetzt. Besonders betroffen ist mit 23.319 offenen Stellen die Altenpflege, wie Ende April aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorging. Demnach waren 2017 im Schnitt 14.785 offene Stellen für Fachkräfte in der Pflege alter Menschen gemeldet. Zudem wurden 8.443 Helfer gesucht.

Eine Personallücke von „weit über 100.000 professionell Pflegenden, die es in den Krankenhäusern, Pflegediensten und Pflegeheimen zu schließen gilt“, sieht indes der Deutsche Pflegerat. „Zahlreiche Beschwörungen und Danksagungen der Politik anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden helfen uns allein nicht weiter. Es ist ein nationaler Masterplan zur Sicherung der pflegerischen Versorgung erforderlich, der sich über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren erstreckt“, sagte der Präsident des Pflegerates, Franz Wagner.

Den morgigen Tag der Pflegenden als Auftakt für eine „nationale Kraftanstrengung zur Verbesserung der Situation der Pflege“, werden zu lassen, fordert die Landes­pflegekammer Rheinland-Pfalz. Deren Präsident Markus Mai wurde dabei konkret: Wir schätzten den Bedarf an zusätzlichen Pflegefachpersonen auf über 120.000 Vollzeitkräfte, um gute Pflege sicherstellen zu können“, sagte er. Auch für die Bezahlung der Fachkräfte hat die Landespflegekammer einen Wert: „Wir fordern eine angemessene Erhöhung und wollen, dass jede examinierte Pflegefachperson rund 4.000 Euro brutto als monatliches Gehalt bekommt“, so Mai.

Einen vollständigen Tarifausgleich fordert in diesem Zusammenhang die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). „Der Personalaufbau in den Kliniken muss belohnt werden. Deshalb begrüßen wir die Ankündigung von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn, zusätzlich eingestellte Pflegekräfte zu 100 Prozent zu refinanzieren“, sagte der, DKG-Präsident Gerald Gaß.

Pflege nicht schlechtreden

Vor der Verbreitung eines zu negativen Bildes über den Alltag professionell Pflegender warnt indes der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege. „Wir reden den Beruf damit unattraktiver als er ist, da die Botschaft lautet: Überlege es Dir gut, ob Du diesen Beruf wählst, das Arbeitsfeld ist von Mangel und Überstunden geprägt! Die Botschaft muss aber sein: Pflege ist ein toller Beruf!“ sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Bodo de Vries. Er betonte, die diakonischen Träger seien attraktive Arbeitgeber mit einer guten tariflichen Vergütung, Aufstiegs- und Spezialisierungs­möglichkeiten. 

„Schon heute gibt es gute, attraktive Jobs in der Pflege mit angemessener Vergütung, guten Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten“, betonte auch Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe.    

Der internationale Aktionstag „Tag der Pflegenden“ findet jährlich am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, statt. Nightingale war eine britische Krankenschwester. Die Tochter einer wohlhabenden britischen Familie gilt als die Pionierin der modernen Krankenpflege. In Deutschland wird dieser Tag seit 1967 begangen. Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Nurses: A Voice to lead – Health is a Human Right“. © hil/aerzteblatt.de

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