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Ärzteschaft

Ärztetag beschließt Novelle der (Muster-)Weiter­bildungsordnung

Freitag, 11. Mai 2018

Franz Bartmann /Gebhardt

Erfurt – Der 121. Deutsche Ärztetag hat heute in Erfurt die Novelle der (Muster-)Wei­ter­­bildungs­ordnung beschlossen und damit einen sechs Jahre dauernden Reform­prozess beendet. Ziel war es, eine kompetenzbasierte Weiter­bildungs­ordnung zu schaffen, die sich nicht mehr an Zeiten und Richtgrößen orientiert, sondern daran, wie und in welcher Form Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erlernt wurden.

Abgestimmt haben die 250 Delegierten heute über die Präambel, die Ziel und Zweck der fachärztlichen Weiterbildung definiert, sowie über den Paragrafenteil, der die rechtlichen Vorgaben der Weiterbildung beschreibt. Außerdem standen die allge­meinen Inhalte der fachärztlichen Weiterbildung zur Entscheidung an, die jeder Arzt erwerben muss. Die Delegierten fällten zudem den Beschluss darüber, welche Zusatz-Weiterbildungen es künftig geben soll (Abschnitt C der Muster-Weiterbildungs­ordnung). Zur Abstimmung standen 68 Bezeichnungen, davon 21 neue. Außerdem mussten die Delegierten die Voraussetzungen und Mindestzeiten für den Erwerb der Zusatzbezeichnungen festlegen.

Der Ärztetag beschloss darüber hinaus, sich nicht mit den Inhalten der Zusatz-Weiterbildungen zu befassen. Diese sollen die Weiterbildungsgremien der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) zusammen mit den Fachgesellschaften und Berufsver­bänden sowie den Lan­des­ärz­te­kam­mern erarbeiten. Der Vorstand der BÄK soll sie danach formell beschließen. Mit den Weiterbildungsinhalten der einzelnen Fachgebiete (Abschnitt B) war der Ärztetag 2017 ebenso verfahren.

Sechseinhalb Stunden dauerte die Debatte
Der Entscheidung vorausgegangen war eine sechseinhalbstündige Debatte, die in erster Linie Details der Zusatzweiterbildungen betraf. So sprachen sich die Delegierten zum Beispiel entgegen dem Vorschlag der Bundes­ärzte­kammer dafür aus, die Zusatz­bezeichnung Phlebologie beizubehalten und die Sexualmedizin als Zusatz­weiterbildung einzuführen.

Die Delegierten stimmten außerdem einem Antrag zu, der die Bundes­ärzte­kammer und die Lan­des­ärz­te­kam­mern auffordert, in den nächsten zwei Jahren die noch immer in der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung enthaltenen Zeiten und Richtzahlen auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen. Das diese an vielen Stellen noch festgeschrieben seien, zeige, dass der neue Weg nicht komplett durchgehalten wurde, heißt es dort. Außerdem forderten die Delegierten die Lan­des­ärz­te­kam­mern auf, die neu geschaffenen Strukturen schnell und möglichst bundeseinheitlich umzusetzen.

Kernelement der Novelle: das elektronische Logbuch
Um den Kompetenzerwerb der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung kontinuierlich und für die Ärztekammern nachvollziehbar abbilden zu können, soll ein bundesweit einheitliches elektronisches Logbuch eingeführt werden. Das hatte bereits der 120. Deutsche Ärztetag im vergangenen Jahr in Freiburg prinzipiell begrüßt. In Erfurt haben die Delegierten die Bundes­ärzte­kammer nun aufgefordert, mit einem externen Unter­nehmen ein betriebsfähiges eLogbuch zu entwickeln. Dabei solle es aber technisch möglich bleiben, dass einzelne Lan­des­ärz­te­kam­mern individuelle Ergänzungen oder Abweichungen vornehmen können. „Das elektronische Logbuch ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer kompetenzbasierten Weiterbildung“, hatte der Vorsitzende der Weiterbildungsgremien der BÄK, Franz Bartmann, zuvor betont.

Die letzte umfassende Reform der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung stammt aus dem Jahr 2003. Seither habe sich die Versorgungslandschaft dramatisch geändert, nicht zuletzt aufgrund des medizin-technischen Fortschritts, erklärte Bartmann. All dies müsse sich in der Weiter­bildungs­ordnung widerspiegeln und habe eine grundlegende Reform nötig gemacht. In Zukunft solle die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung regelmäßig, möglichst auf jedem Deutschen Ärztetag, an aktuelle Entwicklungen angepasst werden.

Die Novelle der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung müssen die Lan­des­ärz­te­kam­mern jetzt umsetzen, damit die Regelungen in die Heilberufsgesetze der Länder übernommen werden können.

© HK/aerzteblatt.de
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