NewsÄrzteschaftÄrzteschaft will Trendwende im stationären Sektor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzteschaft will Trendwende im stationären Sektor

Dienstag, 15. Mai 2018

/upixa, stock.adobe.com

Erfurt – Der 121. Deutsche Ärztetag hat sich mit einem Appell an die 32 Landesminister in den Ressorts Gesundheit und Finanzen gewendet. Sie sollen die Kran­ken­haus­struk­tu­ren zukunfts-, aber vor allem versorgungsorientiert finanzieren. Dies erfordere ausreichendes und qualifiziertes Personal, eine sektorenübergreifende Versorgungsplanung unter Berücksichtigung regionaler Strukturen sowie die Sicherstellung von medizinischer Kompetenz in der Fläche.

Notwendig seien dafür deutlich erhöhte Investitionen für Umstrukturierungen, neue Technologien und Digitalisierung. Dazu müssten die Bundesländer dringend ihren Investitionsverpflichtungen nachkommen. Für die Implementierung neuer Technologien sei der zusätzliche Einsatz von Bundesmitteln nötig.

Anzeige

Stellungnahme verlangt

Damit diese langjährige Forderung nicht weiterhin ohne Folgen bleibt, verlangt der Ärztetag von allen Ländern, eine Stellungnahme vorzulegen, wie die Lücken bei den Investitionen geschlossen werden sollen. Die Ergebnisse wollen die Delegierten des 121. Deutschen Ärztetages dann veröffentlichen. Gibt eine Land diese Stellungnahme nicht ab, soll dies ebenfalls publik gemacht werden. 

Der Strukturwandel in der Kliniklandschaft soll nicht auf den ökonomischen Aspekten beruhen, sondern sich am medizinisch-technischen Fortschritt sowie den Versorgungsbedarfen orientieren, heißt es in einem weiteren Antrag.

Für eine bessere Gestaltung der Krankenhausplanung soll es eine „aktive Gestaltung und Beteiligung“ der jeweiligen Lan­des­ärz­te­kam­mern geben. Elemente des Wettbewerbs sowie finanzielle Anreize für eine effiziente Gesundheitsversorgung sehen die Delegierten als gescheitert an. Begrüßt werden die Pläne zur Verbesserung der Personalsituation. Die Krankenkassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft werden aufgefordert, die Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen fristgerecht festzulegen.

Für die geplante DRG-Reform, bei der die Pflegepersonalkosten herausgerechnet werden sollen, fordert der Ärztetag eine Ausgliederung der Kosten für das gesamte medizinische Personal. Die im Koalitionsvertrag beschlossene vollständige Tariffinanzierung bei Pflegekräften wird begrüßt. Aufwendungen für die Vorhaltefunktion sowie die Personalrekrutierung und Personalentwicklung müssten umfassend berücksichtigt werden. Nur dadurch könne „eine klare Trendwende von einer verfehlten Öko­nomi­sierung hin zu einer am medizinischen, pflegerischen und menschlichen Bedarf ausgerichteten Modernisierung erreicht werden“, stellten die Abgeordneten klar.

Generell sei eine  Abschaffung des DRG-Systems notwendig, so eine langjährige Forderung der Delegierten von Ärztetagen. „Der Versuch, mittels finanzieller Anreize und Elemente des Wettbewerbs zu einer besseren und effizienteren gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung zu gelangen, ist gescheitert“, stellen die Ärztetags-Abgeordneten auch dieses Jahr fest. Die Alternative zu Konkurrenzdenken und Wettbewerb sei die sektorenübergreifende Kooperation, die sich am Nutzen für die Bevölkerung orientiert. © bee/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Oktober 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vorgeschlagen, kleine, unrentable Krankenhäuser in strukturschwachen Regionen in sogenannte Intersektorale Gesundheitszentren (IGZ)
KBV: Umwandlung defizitärer Krankenhäuser wäre eine Win-win-Situation
4. Oktober 2018
Stuttgart – Die baden-württembergischen Krankenhäuser befürchten finanzielle Einbußen mit dem vom Bund geplanten Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals. Zwar sehe der Gesetzentwurf 40 Millionen
Krankenhäuser in Baden-Württemberg befürchten Verluste mit Pflegereform
2. Oktober 2018
Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen (NRW) wird im kommenden Jahr 721,2 Millionen Euro für Investitionen im Krankenhaus zur Verfügung stellen. Im Etat des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Weiter Dissenz um Klinikfinanzierung in Nordrhein-Westfalen
26. September 2018
Berlin – Zu dicke Mauern zwischen den Sektoren der Versorgung, zu unterschiedliche Krankenhausplanungen in den Ländern und eine Versorgungsplanung mit ganz unterschiedlichen Dynamiken: Das diesjährige
Sachverständigenrat: Zu dicke Mauern zwischen den Versorgungssektoren
25. September 2018
Mainz – Der neue Krankenhausplan für Rheinland-Pfalz wird nach Angaben der Ge­sund­heits­mi­nis­terin einen „leichten Bettenabbau“ bringen. Es werde aber kein „Schließungsplan“, sagte Sabine
Rheinland-Pfalz: Ministerin geht von „leichtem Bettenabbau“ in Krankenhäusern aus
25. September 2018
Demmin – Mit einem Millionenkredit des Landes soll das einzige Krankenhaus eines Landkreises im Nordosten – das Krankenhaus Demmin – aus den roten Zahlen geführt werden. Dafür sei ein Kredit von 3,5
Millionenkredit soll defizitäre kommunale Klinik in Mecklenburg-Vorpommern retten
20. September 2018
Magdeburg – Sachsen-Anhalt will den 48 Krankenhäusern des Bundeslandes künftig schärfere Qualitätsvorgaben machen. Einen entsprechenden Entwurf für ein neues Krankenhausgesetz hat Sachsen-Anhalts
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER