NewsPolitikDruck bei Darmkrebsvorsorge erhöht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Druck bei Darmkrebsvorsorge erhöht

Montag, 14. Mai 2018

/Juan Gärtner, stock.adobe.com

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn will erreichen, dass durch Massen­einladungen möglichst schnell mehr Männer und Frauen zur Darmkrebsvorsorge bewegt werden. „Im Laufe des Jahres müssen die entsprechenden Entscheidungen auf den Weg gebracht werden“, sagte der CDU-Politiker gestern Abend anlässlich der Verleihung der Felix Burda Awards zur Darmkrebsprävention. Spahn sagte, es müsse zügig festgelegt werden, wer wann und unter welchen Bedingungen eine Einladung erhalte.

Konkrete Maßnahmen für eine verbesserte Darmkrebsvorsorge noch in diesem Jahr mahnte gestern auch der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Otmar Wiestler an. „Auf diesem Gebiet der medizinischen Vorsorgeprogramme müssen wir dringend unsere Aktivitäten verstärken“, sagte er. Er schlug als ersten konkreten Schritt vor, endlich das bereits vor längerer Zeit beschlossene Einladungsverfahren für die Darmkrebsvorsorge umzusetzen.

Anzeige

Grund für die mahnenden Worte ist auch ein erheblicher Zeitverzug bei der Umsetzung politischer Beschlüsse. 2013 hatte sich der Bundestag im Krebsfrüherkennungsgesetz auf ein Screening-Programm festgelegt. Dem Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) liegt seit Ende 2016 ein Entwurf vor, alle Männer ab 50 Jahren und alle Frauen ab 55 Jahren zu einer von den Kassen bezahlten Darmspiegelung einzuladen. Eine Entscheidung wurde bisher nicht getroffen.

Ab 50 beziehungsweise 55 Jahren haben Versicherte derzeit einen Anspruch auf Vorsorge-Untersuchungen, die die Krankenkasse bezahlt. Experten beklagen jedoch, dass in Deutschland zu wenige Menschen an den Tests teilnehmen. Gezielte Anschreiben sollen mehr Männer und Frauen dazu animieren. Darmkrebs ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Mehrere tausend Todesfälle pro Jahr könnten durch verbesserte Vorsorge verhindert werden, schätzen Fachleute.

Insgesamt starben laut Helmholtz-Gemeinschaft 2015 rund 25.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Wenn alle Menschen ab 50 beziehungsweise 55 Jahren zur Darmspiegelung gingen, könnten bis zu 90 Prozent dieser Todesfälle verhindert werden, hieß es. © dpa/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

8. Oktober 2018
Münster – Das Mammografiescreening ermöglicht eine frühzeitige Diagnose auch von aggressiven Tumorsubtypen. Das berichten Wissenschaftler des Referenzzentrums Mammografie am Universitätsklinikum
Mammografiescreening erlaubt frühzeitigere Diagnose von aggressiven Tumorsubtypen
4. Oktober 2018
Sydney – In Australien, wo das Zervixscreening und die bereits 2007 eingeführte HPV-Impfung fest etabliert sind, könnte die Inzidenz des Zervixkarzinoms bis zum Jahr 2035 auf weniger als 4
HPV: Australien kann Zervixkarzinom bis 2035 als häufige Krebserkrankung „eliminieren“
28. September 2018
Paris – Mit einer großangelegten Studie will ein internationales Wissenschaftlerteam in den kommenden Jahren die individuellen Ursachen von Brustkrebs besser erforschen und damit passgenauere
Weltgrößte Brustkrebsstudie für genauere Vorsorgeuntersuchungen ab Dezember
5. September 2018
Berlin – Die ersten Einladungen zur Teilnahme an der Darm­krebs­früh­erken­nung sollen laut Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) am 1. Juli 2019 versandt werden. Männern wird dann schon früher
Darmkrebsfrüherkennung: Einladung per Post allein reicht nicht aus
27. August 2018
Rostock – Das derzeit bestehende Hautkrebsscreening sollte ausgeweitet werden. Das hat der Chef der Rostocker Universitätshautklinik, Steffen Emmert, angeregt. So sollten junge Menschen schon ab 18
Hautkrebsfrüherkennung ab 18 Jahren gefordert
22. August 2018
Washington – Gehört die vor 75 Jahren entwickelte Pap-Zytologie, die erstmals eine Früherkennung des Zervixkarzinoms ermöglichte und zahllosen Frauen das Leben gerettet hat, schon bald der
Zervixkarzinom: USPSTF empfiehlt Screening ohne Pap-Test
7. August 2018
Hamburg – Männer gelten bekanntlich als Vorsorgemuffel, aber auch bei den Frauen war die Krebsvorsorgerate in den vergangenen drei Jahren rückläufig. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) auf
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER