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Politik

Handy könnte neue Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte werden

Montag, 14. Mai 2018

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sucht als Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nach einer einfachen Lösung für das Handy. Die Karte sei nicht die attraktivste Lösung für Patienten, um Zugang zu ihren Gesund­heitsdaten zu bekommen, sagte der CDU-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Denn die wünschen sich einen schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten“ – nach Überzeugung des Ministers am liebsten per Handy. „Das sollten wir ermöglichen“, sagte er.

Bis zur parlamentarischen Sommerpause will Spahn Vorschläge für den weiteren Umgang mit der eGK vorlegen. Er erwarte von allen Beteiligten, im nächsten Schritt die elektronische Patientenakte voranzutreiben, sagte er. Es gehe um „lebensnahe und nicht um technikverliebte Lösungen“.

Spahn will eGK nicht abschaffen

Spahn hatte schon vergangene Woche deutlich gemacht, dass er die derzeitigen Pläne für nicht praktikabel hält. Die Zeit von Kartenlesegeräten an Desktop-Computern als alleinige, vorgeschriebene Login-Variante sei aus seiner Sicht nicht der Zugang, den sich die Bürger im Jahre 2018 mehrheitlich wünschten, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Minister fordert stattdessen, die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit dem Bürgerportal zu koordinieren, das die Bundesregierung derzeit plant. Abschaffen will Spahn die eGK aber nicht: „Die elektronische Gesundheitskarte bleibt eine Lösung. Aber sie ist nicht die attraktivste für Patienten“, stellte Spahn heute per Twitter klar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Spahn erst kürzlich ausdrücklich freie Hand gelassen, die eGK abzuschaffen oder zu reformieren. Kritisch hatte sich auch Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) geäußert. Sie riet dazu, die Arbeit an der eGK einzustellen. In anderen Ländern würden die Daten über Arztbehandlungen und Laborwerte längst in nationalen Digital-Archiven gespeichert, sagte Bär dem Tagesspiegel. Nun stelle sich, sagte Bär, „die gleiche Frage wie beim Berliner Flughafen BER: Schießt man gutem Geld noch viel Schlechtes hinterher. Oder macht man was Gescheites?“

Die eGK sollte bereits vor Jahren viel mehr können als bisher, etwa Doppelunter­suchungen und Fehlmedikation vermeiden. Bis heute ist es aber nicht gelungen, sie als Instrument zum sicheren Austausch von Patientendaten etwa zwischen Ärzten zu etablieren. Die Entwicklung hat bisher rund eine Milliarde Euro gekostet.

KBV fordert Klarstellung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) verlangte heute Klarheit über die Konsequenzen der Äußerungen aus der Politik. Diese hätten die niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten verunsichert. Es stelle sich die Frage, ob geltende Gesetze nicht mehr gelten, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Zwar habe Spahn mittlerweile verschiedentlich erklärt, dass in jedem Falle ein sicheres Netz gebraucht werde, an dem alle Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken angeschlossen seien.

„Nach diesem öffentlichen Hin und Her: Wir brauchen eine verbindliche Aussage des Ministers, ob das derzeit geltende Gesetz Bestand haben wird, oder ob es geändert werden soll“, sagte Gassen. Er zeigte sich offen für neue digitale Anwendungen, die für Ärzte und Patienten nutzbringend sind und beispielsweise via App funktionieren. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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doppeltdenken
am Dienstag, 15. Mai 2018, 11:23

einfach abzuhörendes Handy als ??Sichere Krankenkassenkarte

Technik da, wo es nachhaltig Sinn macht; aber ein allseits einfach abzuhörendes Überwachungsinstrument namens "Handy" ist keinesfalls geeignet, um wirklich sensible Daten zu horten, auch wenn man i.d.R. inzwischen allzu sorgenfrei mit dieser Funktechnologie umgeht und Sorglose alle Daten frei streuen.
Zudem lehnen viele Menschen das Handy ohnehin aus verschiedenen Gründen ab, einige können und wollen sich keines leisten. Die Minderheit von Elektrosensiblen kann aus anderen Gründen keine Handytechnik nutzen. So umständlich oder unzumutbar ist die neue ECard doch nicht?
isabel45
am Dienstag, 15. Mai 2018, 10:32

Handy statt Gesundheitskarte

...halllooo?? Geht´s noch, Herr Spahn?? Haben Sie noch irgendeine Idee von NORMALEM, altmodischen(oder bald wieder sehnlich erwünschtem) Leben ? Es gibt tatsächlich noch Menschen, die kein Smartphone haben oder sogar keines haben WOLLEN. Fallen die dann aus der Krankenkassenversorgung raus? Sooooo ein Quatsch.Oder zahlt die Handy-Industrie eine Kleinigkeit für diese tolle Idee??Ist ja nur eine Frage....

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