NewsAuslandIntellektuelle wenden sich gegen Leihmutterschaft in Frankreich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Intellektuelle wenden sich gegen Leihmutterschaft in Frankreich

Montag, 14. Mai 2018

Paris – Intellektuelle in Frankreich haben einen Offenen Brief gegen die umstrittene Praxis der Leihmutterschaft veröffentlicht. Darin wird Premierminister Edouard Philippe aufgefordert, Frauen und Kinder vor einer „Vermarktung der Menschen“ zu schützen, wie die französische Zeitung La Croix berichtet. Die Absender des Schreibens, rund 20 französische Frauenorganisationen, machen darauf aufmerksam, dass derzeit eine US-amerikanische Organisation zu kostenlosen Vorträgen über Leihmutterschaft in verschiedenen französischen Städten einlade.

Diese Informationsveranstaltungen stellten eine „Trivialisierung“ der Leihmutterschaft dar und betonten den kommerziellen Aspekt. „Es ist Gewalt gegen die Frauen, die als Leihmütter missbraucht werden“, so die Frauen. Zudem handele es sich auch um Gewalt gegen das ungeborene Kind. Sie drücke sich durch den Vertrag aus, der vor der Leihmutterschaft abgeschlossen werde, sowie die „eugenischen“ Methoden. Werdende Eltern könnten unter anderem das Geschlecht des Kindes auswählen.

Anzeige

Zu den Unterzeichnerinnen gehören die Philosophin Sylviane Agacinski, die Psychoanalytikerin Marie Balmary und die Autorinnen Eliette Abecassis und Alice Ferney. Im Juni wird der Nationale Ethikrat (CCNE) seine Meinung zur geplanten Bioethikreform veröffentlichen. Ein Teil befasst sich auch mit der Leihmutterschaft. Zudem wird in Frankreich derzeit ein Gesetz diskutiert, um Frauen und Kinder besser vor sexueller Gewalt zu schützen. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 3. Juni 2018, 23:57

Die wichtigste Frage wurde nicht gestellt

Es gehört zu den Besonderheiten der Schwangerschaft, dass hier eine Metamorphose stattfindet. An Anfang steht die befruchtete Eizelle, die man juristisch als Sache bezeichnen kann. Am Ende steht die Geburt eines neuen Menschen, und dieser neue Mensch ist keine Sache, sondern eine Person.

Wenn ein Vertrag über das Austragen einer Leihmutterschaft geschlossen wird, dann ist dies ein privatrechtlicher Vertrag über eine SACHE. Eines kann dieser Vertrag aber in keinem Fall regeln, nämlich das zukünftige Sorgerecht. Wenn Eigentumsrechte an einer PERSON vertraglich geregelt sind, dann hat dies den hässlichen Beigeschmack der Sklaverei. Anstatt die Leihmutterschaft zu verteufeln, sollte der Gesetzgeber endlich seiner Verantwortung gerecht werden und für jeden Fall einer Leihmutterschaft ein verpflichtendes Sorgerechtsverfahren durchführen. Die Priorität sollte in jedem Fall das Wohl des Kindes sein. Wenn die genetischen Eltern das Sorgerecht wollen und für diese Rolle geeignet sind, dann sollte dies in der Regel glatt gehen.

Ein derartiges Sorgerechtsverfahren hätte zudem den großen Vorteil, dass bei ausländischen Leihmüttern Dumpingpreise verhindert werden können, indem hier das Arbeitnehmer-Entsendegesetz angewandt wird:
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmer-Entsendegesetz
Ein Verstoß gegen dieses Gesetz könnte bei der Eignung der zukünftigen Eltern berücksichtigt werden.

In den Fällen, wo eine Frau aus medizinischen Gründen nicht schwanger werden kann, wäre eine Leihmutterschaft bei Verwandten eine Option, zumindest ist dies aus meiner Sicht die bessere Variante im Vergleich zur Transplantation einer Gebärmutter:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72429/Uniklinikum-erhaelt-viele-Anfragen-nach-Gebaermuttertransplantation
Avatar #746944
Nowitski89
am Dienstag, 29. Mai 2018, 16:35

Per aspera ad astra.

Das wäre vielleicht gut, wenn französische Reproduktionsmedizin hochentwickelt wäre. Aber das ist nicht so. Angenommen, dass die Franzosen Dienstleistungen dieser amerikanischen Kliniken in Anspruch nehmen. Und was werden sie tun, wenn diese Kliniken bankrott werden? Niemand weiß das. Deshalb würde ich sagen, dass der französische Präsident kommerzielle Leihmutterschaft legalisieren muss. Nur auf diese Weise kann Medizin entwickeln. So könnten Französinnen auch ihre Kinderwünsche wahr machen. Frankreich ist imstande, alles ohne Hilfe der USA erreichen. Seien Sie ruhig. Eines Tages wird Leihmutterschaft in Frankreich unkommerziell werden. Alles hat seine Zeit (Prediger 3:1). Per aspera ad astra.
Avatar #747929
Levi55
am Dienstag, 15. Mai 2018, 14:58

keine Ausbeutung

Zur Zeit warten wir mit meiner Frau auf unseren Erstling, der von einer Leihmama geboren wird. Unsere Leihmama ist schon Hochschwanger, deshalb fliegen wir bald in die Ukraine. Ich habe eine Frage, warum verurteilen so viele Leute die Leihmutterschaft? In diesem Artikel steht: „Es ist Gewalt gegen die Frauen, die als Leihmütter missbraucht werden“ So ein Wahnsinn. Diese Frau hilft uns Mutter- und Vaterschaft zu genießen. Und es ist auch keine Ausbeutung, weil die Leihmama eine Arbeit ausführt, für die sie bezahlt wird und die ihr keinen Schaden zufügt. Schluss. “Den Körper einer Frau zu benutzen, um ein Kind auszutragen, scheint mir etwas Natürliches“ sagte der Anwalt Franco Zenna. Bin ganz einverstanden.
LNS

Nachrichten zum Thema

23. April 2019
Karlsruhe – Eine Frau kann sich nach deutschem Recht nicht als Mutter ihres von einer ukrainischen Leihmutter ausgetragenen Kindes beim Standesamt eintragen lassen. Möglich ist nur eine Adoption, wie
Ukrainische Leihmutter ist rechtliche Mutter des Kindes
18. April 2019
Paris – Frankreich verbietet den umstrittenen Zusatzstoff E171 in Lebensmitteln. Nach Angaben des Pariser Umwelt- und Wirtschaftsministeriums soll das Verbot zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die
Frankreich verbietet Zusatzstoff E171 in Lebensmitteln
15. April 2019
Den Haag – Der ehemalige Direktor einer Samenbank in den Niederlanden ist der Vater von mindestens 49 Kindern, die nach einer In-Vitro-Fertilisation geboren wurden. DNA-Tests hätten gezeigt, dass „49
Früherer Direktor einer Samenbank ist Vater von mindestens 49 Kindern
11. April 2019
Athen – Ein griechisch-spanisches Ärzteteam hat eine Weltpremiere der künstlichen Befruchtung verkündet: Erstmals sei ein Kind mit dem Erbgut von drei Menschen gezeugt worden, um einer unfruchtbaren
Kind mit Erbgut von drei Menschen in Griechenland zur Welt gekommen
21. März 2019
Bern – Die Große Kammer des Schweizer Parlaments hat einen Vorstoß zur Legalisierung der Eizellspende zurückgewiesen. Der Nationalrat lehnte vorgestern einen Antrag der Zürcher Abgeordneten Rosmarie
Schweizer Nationalrat gegen Legalisierung der Eizellspende
18. März 2019
Sydney – Der eingefrorene Samen von Merinoschafböcken ist auch nach 50 Jahren noch nutzbar. Das fanden Forscher in Australien heraus, die 56 Merinoschafe mit Sperma aus dem Jahr 1968 besamten. 34 der
Spermien schwängern Schafe nach 50 Jahren
15. März 2019
München – Die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Bayern bleibt weiter nur unter besonderen Bedingungen zulässig. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied in einem heute veröffentlichten Urteil
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER