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Im Nagelstudio weißem Hautkrebs mit Sonnencreme vorbeugen

Montag, 14. Mai 2018

Eine UV-Lampe sorgt dafür, dass das Gel auf den künstlichen Nägeln trocknet. /Lsantilli, stock.adobe.com
Eine UV-Lampe sorgt dafür, dass das Gel auf den künstlichen Nägeln trocknet. /Lsantilli, stock.adobe.com

Heidelberg – Die ultraviolette Strahlung, mit der professionell lackierte und modellierte Nägel gehärtet werden, steht unter Verdacht, das Risiko für weißen Hautkrebs zu erhöhen. Bei der Prozedur ist jede Hand etwa 5 Minuten unter einer UV-Lampe und die Nägel müssen alle 2 bis 3 Wochen erneuert werden. Wissenschaftler schätzen die Gefahr der Stahlung sehr unterschiedlich ein, wie irische Forscher im Australasien Journal of Dermatology darstellen (2018; doi: 10.1111/ajd.12806).

Unabhängig von ihren Untersuchungsergebnissen empfehlen aber alle Forscher, vorbeugend Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu nutzen. Die Autoren um Stephanie Marie Bollard von der University Hospital Galway raten dazu, die Hände 20 Minuten vorher einzucremen oder fingerlose Handschuhe zu tragen. Dieser Empfehlung schließt sich auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums an. 

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In einer aktuellen Befragung der irischen Forscher von 415 australischen Frauen glaubten 72 % an ein erhöhtes Krebsrisiko aufgrund von UV-A-Lampen im Nagelstudio. 82 % der Befragten waren bereit, umgehend auf die Nagelmodellage zu verzichten, sollte sich dieser Verdacht bewahrheiten. Nur 3 % nutzen Sonnencreme, bevor sie ihre Nägel unter den UV-Lampen härten ließen. Die Angestellten in den Nagelstudios hatten auf diese vorbeugende Maßnahme nicht hingewiesen.

Risiken werden kontrovers diskutiert

Grundsätzlich wird UV-A-Licht als krebserregend eingestuft, allerdings in Abhängigkeit von Dauer und Stärke der Bestrahlung. Je kürzer die Einwirkzeit, desto geringer die Hautschädigung. Unter Wissenschaftlern wird der mögliche Zusammenhang zwischen den UV-A-Lampen und der Entstehung von Hautkrebs kontrovers diskutiert.

Für ein geringes Krebsrisiko sprechen folgenden Ergebnisse: Nach einem mathematischen Modell müssten 10.000 oder gar 100.000 Individuen regelmäßig eine der üblichen UV-Lampen verwenden, bis sich bei einer Person ein Hautkrebskarzinom auf dem Handrücken entwickeln würde. Eine wissenschaftliche Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass 13.700 Sitzungen mit starken bis mittelstarken UV-Lampen gleichzusetzen sind mit der Belastung, die bei einer einzigen Phototherapie-Anwendung zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte entsteht.

Andere Stimmen warnen, das Risiko nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn, so das Fazit einer Studie, nur 10 Minuten Bestrahlung mit der UV-Lampe entsprechen annähernd der empfohlenen maximalen Strahlendosis eines ganzen Tages. Eine andere Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es, je nach verwendeter Lampe, bereits nach 8 Nagelstudiobesuchen zu DNA-Schädigungen kommen kann. Problematisch kann auch eine ungleiche Verteilung der Strahlung mit sehr unterschiedlichen UV-A-Dosen an verschiedenen Hautstellen sein. © gie/EB/aerzteblatt.de

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