Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Kinder mit chronischen Erkrankungen benötigen mehr Unterstützung in der Schule

Donnerstag, 17. Mai 2018

/dpa

Mainz – Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes Typ 1 liegen bereits am Ende der ersten Klasse in den schulischen Kernfächern Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaft und Sozialkompetenz deutlich zurück. Das berichten Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz auf der Basis eines Forschungsprojektes namens „ikidS“ („ich komme in die Schule“), an dem über 2.000 Familien aus Mainz und Umgebung seit 2014 teilgenommen haben. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Plos One erschienen (doi 10.1371/journal.pone.0194846).

Die Wissenschaftler um Michael Urschitz vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik werteten Daten von 1.462 Erstklässlern aus der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen aus. Sie konnten zeigen, dass etwa 15 Prozent der Kinder eine schulisch relevante chronische Erkrankung aufweisen. „Da sich die schulischen Leistungen dieser Erstklässler erfassen ließen, konnten wir nachweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen und einge­schränktem Leistungsvermögen gibt“, erläuterte Urschitz.

Für die Erfassung des Leistungsvermögens wurden die Kinder von ihren Lehrkräften auf einer fünfstufigen Skala in den Bereichen Lesen, Schreiben, Mathematik, Natur­wissenschaften und Sozialverhalten eingeschätzt. Daraus berechneten die Forscher einen Leistungswert der zwischen minus zehn (sehr schlecht) und plus zehn (sehr gut) liegen konnte.

Kinder mit chronischen Erkrankungen hatten mit einem Wert von 1,3 im Schnitt eine schlechtere Leistung als Kinder ohne chronische Erkrankungen, die einen mittleren Leistungswert von 2,1 hatten. Dieser Unterschied blieb auch bestehen, als die Wissenschaftler weitere Faktoren der Schulleistung statistisch berücksichtigten, zum Beispiel die Schulbildung der Eltern.

„Wir stehen nun in der Pflicht mit diesen Ergebnissen konkrete Verbesserungen für die Kinder zu erzielen“, sagte Urschitz. Ziel müsse sein, den Schulerfolg insbesondere für Kinder mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu verbessern, so der Studienleiter. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17. Mai 2018
Düsseldorf – Die Zahl der Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes ist zwischen 2008 und 2012 zurückgegangen. Allerdings bleibt Diabetes die Hauptursache für derartige
Weniger Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes
15. Mai 2018
Köln – Es ist unklar, ob es sinnvoll ist, die Rhesusprophylaxe mittels eines Tests zu steuern, der den fetalen Rhesusfaktor noch vor der Geburt bestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für
Pränataler Rhesusfaktor: Test zuverlässig, Nutzen unklar
11. Mai 2018
Berlin – Ein nationales Diabetesregister will die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) langfristig etablieren. Auf ihrem 53. Frühjahrskongress in Berlin hat die Fachgesellschaft dazu die „Kommission
Diabetologen wollen nationales Diabetesregister aufbauen
10. Mai 2018
Boston – In der Zeitschrift Scientific Reports berichten Wissenschaftler jetzt, dass Elektroenzephalogramme (EEGs), die die elektrische Aktivität des Gehirns messen, eine Autismus-Spektrumstörung
Frühe Autismusdiagnose über EEG
9. Mai 2018
London – Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren treten in England eineinhalb Mal häufiger auf als in Schweden. Das ergab ein Ländervergleich der Kindersterblichkeit mit mehr als 3,9 Millionen
Warum in England die Kindersterblichkeit höher ist als in Schweden
8. Mai 2018
Boston – Eine Gruppe von Typ-1-Diabetikern, die sich einer extrem kohlenhydratarmen Diät verschrieben hat, erreicht nach einer Studie in Pediatrics (2018; doi: 10.1542/peds.2017-3349) extrem günstige
Typ-1-Diabetes: Very-Low-Carb-Diät verbessert HbA1c-Werte
8. Mai 2018
Boston– Die Fortsetzung einer Behandlung mit Quetiapin oder Olanzapin während der Schwangerschaft könnte das Risiko auf einen Gestationsdiabetes erhöhen. Dies kam in einer epidemiologischen Studie

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige