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Ärzteschaft

Ärztetag fordert 6.000 neue Medizinstudienplätze

Dienstag, 15. Mai 2018

/dpa

Erfurt – Es soll mehr Studierende in der Humanmedizin geben – und die, die bereits an den Fakultäten studieren, fordern von Ärztinnen und Ärzten klare Vorbildfunktionen und eine deutliche Haltung in ethischen, berufspolitischen und ökonomischen Fragen. Die Delegierten des 121. Deutschen Ärztetages erneuerten ihre Forderung nach einer Erhöhung der Studienplätze. In einem Antrag sprechen sich die Delegierten für eine Erhöhung um knapp 6.000 Plätze aus. Ende 2017 waren es rund 10.750 Studienplätze für Humanmedizin, diese Zahl soll auf 17.000 steigen.

Wer künftig einen der begehrten Studienplätze bekommen wird, soll auch mit dem Masterplan 2020, der vor drei Jahren von der Bundesregierung gestartet wurde, reformiert werden. Für den Reformprozess fordern die Ärztetagsabgeordneten ein transparentes Verfahren, da weiterhin die Mitglieder der Expertenkommission zur Finanzierung des Studiums nicht bekannt sind. Vorsitzender des Gremiums ist seit Anfang 2018 Manfred Prenzel, Erziehungswissenschaftler an der TU München, der die Funktion von der früheren Generalbundesanwältin Monika Harms übernommen hat. Der Bericht der Kommission wird bis Oktober 2018 erwartet.

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Zulassung und Vergabe erneuern

Im Zuge des Masterplans 2020 soll auch die Zulassung und Vergabe von Studienplätzen erneuert werden. Dazu fordern die Delegierten eine „AgendaMED Zukunft“, angesiedelt bei der Bundes­ärzte­kammer, bei der die Zulassungswege abseits von Quoten sowie eine Abkehr von Teilstudienplätzen bearbeitet werden sollen. Auch sollen deutsche Studierende, die im Ausland einen Medizinstudienplatz erhalten haben, Optionen zur Rückkehr an deutsche Universitäten bekommen. Für das künftige Zulassungsverfahren wollen die Delegierten ein bundeseinheitliches Modell, in dem die Abiturnote, ein einheitlicher schriftlicher Test sowie ein standardisiertes Assessmentverfahren zu je einem Drittel in das Ergebnis einfließen sollen.

Viele Studenten ärgern sich über die Bezahlung im Praktischen Jahr (PJ). Hier fordern die Delegierten das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium auf, in der Approbationsordnung künftig festzuhalten, dass eine existenzsichernde Aufwandsentschädigung gezahlt werden muss und diese nicht auf das BAföG angerechnet werden darf. Die Entschädigung soll bundeseinheitlich gleich hoch sein und 1.500 Euro betragen, so die Delegierten in einem weiteren Antrag. Ein Ausgleich mit Sachleistungen wie Verpflegung oder Unterkunft soll nicht zulässig sein.

Auch wenn die Umsetzung des Masterplans 2020 eher schleppend verläuft, bezeichnete die Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd), Jana Aulenkamp, die Reform als einen „Paradigmenwechsel in der Ausbildung“. Dieser sei „symptomatisch für den Wandel im gesamten Gesundheitssystem“, so Aulenkamp bei ihrer Rede vor den Delegierten des Deutschen Ärztetages.

„Durch eine verstärkte interprofessionelle Zusammenarbeit und die Öko­nomi­sierung der Medizin werden Herausforderungen an Ärztinnen und Ärzte herangetragen, denen sie früher nicht in gleicher Weise gegenüberstanden.“ Sie und die Medizinstudierenden freuen sich auf die Herausforderungen, den eigenen Arbeitsplatz künftig aktiv mitgestalten zu können.

Allerdings benötigten sie dafür mehr Wissen über die ökonomischen Rahmen­bedingungen. Zusätzlich wollen die Studierenden frühzeitig Führungskompetenzen lernen. Sie mahnte einen Kulturwandel innerhalb der Ärzteschaft an, der die künftigen Gernerationen beeinflussen wird. „So wie es in den OP-Saal hineinruft, ruft es auch wieder heraus“, so Aulenkamp. © bee/aerzteblatt.de

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