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Ausland

EVP-Christdemokraten engagieren sich im Kampf gegen Krebs

Dienstag, 15. Mai 2018

Peter Liese /dpa

Berlin – Die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) verfolgt eine Mission: In 20 Jahren soll kein EU-Bürger mehr an Krebs sterben. Nach mehrmonatigen Beratungen und Expertenanhörungen hatte die größte Fraktion im Brüsseler Parlament deshalb kürzlich ein Strategiepapier zur Krebsbekämpfung mit zwölf Punkten vorgelegt. Man werde sicher den Kampf gegen Krebs in den nächsten 20 Jahren nicht gewinnen können, aber man wolle einen Beitrag dazu leisten, betonte der CDU-Europapolitiker und Arzt Peter Liese heute in Berlin.

Insbesondere müssen nach Ansicht der Fraktion die Forschungsgelder erhöht werden. Konkret soll die EU bis 2024 die Ausgaben für die Krebsforschung verdoppeln: von derzeit 200 auf 400 Millionen Euro, fordert die Fraktion. Das Forschungsbudget für den Kampf gegen Krebs bei Kindern soll gar verzehnfacht werden. „Glücklicherweise erkranken Kinder nicht so häufig an Krebs. Aber wenn das passiert, dann ist es aber für die Familie ein ganz besonders schlimmes Schicksal“, erklärte Liese. Hinzu käme: Aufgrund der geringen Fallzahlen könnten die Mitgliedsländer alleine die Forschung und die Therapien nicht optimal gestalten. „Deshalb brauchen wir hier ganz besonders die Kooperation in Europa.“

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Zudem sei man bei kindlichen Krebserkrankungen auf die akademische Forschung und eine öffentliche Finanzierung angewiesen, betonte Angelika Eggert, Kinderonkologin an der Charite – Universitätsmedizin Berlin. „Klinische Studien in der Kinderonkologie haben eine sehr geringe Attraktivität für Pharmafirmen“, erklärte sie. Da kindliche Tumore jedoch häufig andere Oberflächeneigenschaften aufwiesen als Karzinome bei Erwachsenen, seien andererseits andere Medikamente als für Erwachsene notwendig. „Die Forschungsgelder sind gut investiert: Bei keiner anderen Patientengruppe führt eine Heilung zu so vielen gewonnenen Lebensjahren wie bei Kindern“, sagte Eggert.

Weiterhin fordert die Fraktion verbesserte Voraussetzungen, damit Forscher in Europa künftig länderübergreifend gezielter und enger zusammenarbeiten können. Angesprochen werden insbesondere eine bessere Vernetzung durch E-Health, eine gemeinsame Nutzenbewertung von Arzneimitteln und kompatible Krebsregister. „Wir werden diese Vorschläge jetzt der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten präsentieren“, sagte Liese. Auch mit den deutschen Gesundheitspolitikern liefen die Gespräche. „Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, gibt es eine Chance, dass in 20 Jahren kein Europäer mehr an Krebs sterben muss.“ © ER/aerzteblatt.de

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