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Ärzteschaft

Fachgesellschaft stellt Forschungsagenda für Schmerzmedizin vor

Dienstag, 15. Mai 2018

Stuttgart – Mehr gesamtgesellschaftliche Anstrengungen gegen die „Volkskrankheit chronischer Schmerz“ fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft. Sie regt daher – schon seit Längerem – einen Aktionsplan gegen den Schmerz an, zu dessen vier Punkten neben „Bewusstsein schaffen“, „Aus- und Weiterbildung stärken“ sowie „Versorgung verbessern“ auch „Forschung fördern“ gehört. Zu letztem Punkt hat die Fachgesellschaft jetzt eine Forschungsagenda ausgearbeitet. 

Nach einer einführenden Analyse der Situation der Versorgung Schmerzkranker in Deutschland stehen Ziele und Positionen der Schmerzforschung im Fokus, um daraus künftige Forschungsfelder zu identifizieren. Neben eindeutig auf Körperbereiche bezogene Felder wie „Rückenschmerz“, „Gelenkschmerz“ oder „Kopfschmerz“ nimmt die Forschungsagenda auch „Mechanismen der Schmerzwahrnehmung“, „Schmerzverlauf“ und „Versorgung“ in den Blick.

Strukturelle Hindernisse

Die Agenda zielt in einem eigenen Kapitel auch auf strukturelle Hindernisse der Forschung in der Schmerzmedizin. „Klinische Forschungsprojekte haben hinsichtlich der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft strukturelle Nachteile, da Veröffentlichungen und Förderung auch translationaler Forschungsansätze teils eher unterbewertet werden und mit geringeren Forschungsmitteln ausgestattet sind“, heißt es dort.

Zweitens habe Schmerz in der Forschungsagenda des Bundes geringe Bedeutung, stattdessen stünden Krebs, neurodegenerative Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vordergrund. Nachteilig sei zudem, dass eine übergreifende Koordination der Schmerzforschung in Deutschland nicht ausreichend stattfinde. Die Forschungsprotagonisten seien meist Einzelkämpfer an Kliniken, bestehende multizentrische Verbünde würden weniger unterstützt.

„Nicht zuletzt führt dies zu einer Verschärfung der Konkurrenz zwischen den Forschern der verschiedenen Einrichtungen statt zu einem verbesserten Austausch und einer strukturierten Zusammenarbeit“, schreiben die Autoren der Agenda. Weitere Hürden administrativer Art würden durch die langwierigen und komplizierten Genehmigungsverfahren und durch administrative Hürden bei der Nutzung von (Routinen-/Qualitäts-)Daten aufgebaut. 

In Deutschland leiden laut der Fachgesellschaft etwa sechs Millionen Menschen an chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen, die ihren Alltag und das Berufsleben beeinträchtigen. Die Zahl derjenigen, die insgesamt angeben, chronische Schmerzen zu haben, sei sogar weit höher und werde auf 23 Millionen geschätzt. © hil/aerzteblatt.de

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