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Notfallausweis ergänzt klassische Patientenverfügung in Düsseldorf

Mittwoch, 16. Mai 2018

Düsseldorf – Die Stadt Düsseldorf hat in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch Palliative Versorgung einen Notfallausweis eingeführt. Partner des runden Tisches ist unter anderen das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). „In einer Notfallsituation muss es schnell gehen. Da habe ich häufig keine Zeit zu warten, bis eine mögliche Patientenverfügung gefunden wurde“, erläuterte Markus Reed, leitender Notarzt für die Stadt Düsseldorf.

Wenn die Notärzte schnell entscheiden müssten, ob ein schwerst kranker Patient ins Krankenhaus gebracht werden soll oder nicht, fehle die Zeit, um nach Dokumenten zu suchen. „Die Folge: Nicht immer kann der in der Patientenverfügung nieder­geschriebene Wunsch des Patienten berücksichtigt werden“, so Reed. 

Der neue Ausweis ist ein handliches Dokument zur Unterstützung der klassischen Patientenverfügung. Er kann beispielsweise gut sichtbar auf dem Nachttisch abgelegt oder im Portemonnaie mitgeführt werden und ist für Rettungskräfte oder Angehörige im Notfall schnell einsichtig.

„Gerade Palliativpatienten wünschen sich häufig keinen Transport ins Krankenhaus sondern rein lindernde Maßnahmen zu Hause“, erklärte Martin Neukirchen, Leitender Arzt am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Düsseldorf. Der neue Notfallausweis werde – wie auch die Patientenverfügung – zusammen mit dem Arzt und wenn gewünscht mit Angehörigen ausgefüllt und sei bindend. „Er dient als Kurzzusammenfassung des Patientenwillens und gibt den Rettungskräften Rechts­sicherheit“, so Neukirchen. Der neue Ausweis sei „quasi eine Patientenverfügung light“, so der Palliativmediziner. 

„Die palliative Medizin am Ende eines Menschenlebens ist ein sehr sensibler Bereich und mit dem neuen Ausweis können wir in Düsseldorf nun noch besser dafür sorgen, dass der individuelle Wunsch des einzelnen Patienten berücksichtigt wird“, sagte Andreas Meyer-Falcke, Personal- und Gesundheitsdezernent der Stadt Düsseldorf.

Ausgestellt wird der neue Ausweis zunächst auf allen Düsseldorfer Palliativstationen sowie über das ambulant tätige Palliative Care Team. In einem nächsten Schritt ist die weitere Verbreitung über die niedergelassenen Allgemein- und Palliativmediziner im Stadtgebiet geplant. © hil/aerzteblatt.de

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