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Medizin

Neues Bewertungssystem für Acne inversa

Freitag, 18. Mai 2018

Im Frühstadium der Acne inversa zeigen sich teils entzündliche, oberflächlich gelegene, schmerzhafte Knoten der Haut in verschiedenen Körperbereichen. /freshidea, stock.adobe.com
Im Frühstadium der Acne inversa zeigen sich teils entzündliche, oberflächlich gelegene, schmerzhafte Knoten der Haut in verschiedenen Körperbereichen. /freshidea, stock.adobe.com

Bochum – Mit einem neuen Bewertungssystem können Ärzte künftig zwischen einfachen, mittelschweren und schweren Formen der Acne inversa unterscheiden. Zuvor gab es keinen international anerkannten Score, mit dem sich die Schwere der Erkrankung beurteilen ließ. Mediziner um Falk Bechara von der dermatologischen Universitätsklinik im St.-Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum stellen ihr System in JAMA Dermatology vor (2018; doi: 10.1001/jamadermatol.2017.5890).

Der SAHS-Score berücksichtigt folgende Merkmale:

  • Anzahl der betroffenen Regionen (u.a. Achsel, Brust, Bauch, Mons Pubis, Leiste, Genital, Nacken)
  • Anzahl der entzündlichen und/oder schmerzhafte Läsionen, Fisteln ausgenommen (ILOF)
  • Anzahl der Fisteln

Bisherige Bewertungssysteme für Acne inversa, auch Hidradenitis Suppurativa genannt, hatten individuelle Patien­tendaten, wie etwa Schmerzen oder die Anzahl der Schübe, nicht berücksichtigt. Außerdem konnten die Systeme nicht flexibel für die Kontrolle des Therapie­verlaufs eingesetzt werden. Diese Probleme soll das neue „Severity Assessment of Hidradenitis Suppurativa“ (SAHS) beheben.

Die Mediziner testeten und validierten den Score an 355 Patienten. „Mit dem SAHS-Score steht nun erstmalig ein Bewertungs­system zur Verfügung, das sowohl die Entzündungsaktivität einfacher kalkulieren kann, als auch patientenorientierte Daten erfasst“, sagt Falk Bechara, Leitender Oberarzt der dermatologischen Klinik. Dies sei nicht nur für den klinischen Alltag entscheidend, sondern auch von großem Interesse für wissenschaftliche Studien.

Die Acne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine chronisch ent­zündliche und schubweise verlaufende Hauterkrankung und gehört zu den schwer­wiegendsten dermatologischen Krankheitsbildern überhaupt. In Deutschland leidet etwa eine Million Menschen daran. Zu spät erkannt und nicht adäquat behandelt verschlechtert sich der Gesundheitszustand, bis die Krankheit oft in schweren irreversiblen Gewebeschäden endet. „Nur wenige dermatologische Erkrankungen sind so belastend für den Patienten und gleichzeitig so schwer zu therapieren“, erklärt Bechara. © gie/EB/aerzteblatt.de

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