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Ärzteschaft

KV Nordrhein kritisiert geplante Krankenkassen­ausschreibung zur SAPV

Mittwoch, 16. Mai 2018

Düsseldorf – Die Kassen­ärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat die geplante Ausschreibung von Verträgen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) durch die Krankenkassen kritisiert. Wie die Verbände der Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen mitgeteilt hätten, wolle man künftig eigene Verträge inklusive entsprechender Vergütungsvereinbarungen direkt mit Palliativ-Care-Teams im Rheinland abschließen und daher den seit 2007 bestehenden zusammen mit der KV Nordrhein erarbeiteten SAPV-Rahmenvertrag nicht fortsetzen, informierte die KV heute.

Nach dem Angebot der Krankenkassen solle die KV Nordrhein zwar weiterhin an den SAPV-Verträgen beteiligt sein, allerdings mit rein administrativen Aufgaben wie der Qualitätssicherung und Statistikpflege. „Diese Pläne können und wollen wir nicht akzeptieren“, sagte Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Wir wären kein vollwertiger Vertragspartner mehr und könnten den Vertrag weder in Vergütungsfragen noch bei der Durchführung und Abrechnung der SAPV-Leistungen aktiv gestalten. Aus einer solchen Position heraus können wir die Interessen unserer Mitglieder nicht adäquat vertreten“, so Bergmann.

KV betrachtet Open-House-Verfahren skeptisch

Über Fragen der Vertragsgestaltung hinaus hat die KV Nordrhein auch erhebliche Bedenken gegen das „Open-House-Verfahren“, nach dem die Kassen die Ausschreibung offenbar gestalten wollen. Bei diesem Verfahren können alle Anbieter in einer Region für die SAPV zugelassen werden, die das Vertragsangebot der Kassen akzeptieren und die Voraussetzungen erfüllen. Dies könnte zur Folge haben, dass in Regionen mit mehreren Anbietern eine Konkurrenz um die palliativ zu betreuenden Patienten entbrennt. „Aktuell hat sich jeweils ein Palliative-Care-Team in einer Region verpflichtet, die SAPV-Patienten zu versorgen. Sind mehrere Teams in einer Region tätig, stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Verpflichtung zur Versorgung des Patienten?“, so Bergmann.

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Laut KV ist die Palliativversorgung in Nordrhein derzeit bundesweit vorbildlich. „Inzwischen ist eine koordinierte ambulante Palliativversorgung mit einem 24-stündigen Bereitschaftsdienst in nahezu allen Regionen Nordrheins möglich“, sagte Bergmann auf einer Informationsveranstaltung mit dem Titel „Weil jeder Tag zählt – Gut versorgt am Lebensende“, im Juli 2017. 

Insgesamt wurden bis Ende 2016 über 20.000 Patienten in Nordrhein palliativ­medizinisch betreut, davon mehr als 11.300 in der „Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV)“ und fast 9.300 in der „Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV)“, bei der unter anderem die Schmerztherapie eine besondere Rolle spielt.

Insgesamt gibt es in Nordrhein 830 Praxen, die an der ambulanten Palliativversorgung teilnehmen, fast 1.900 fortgebildete Haus- und Fachärzte, davon 373 besonders qualifizierte Palliativärzte (QPV), und 23 Palliative-Care-Teams für die SAPV (Stand Juli 2017). © hil/aerzteblatt.de

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