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Medizin

Akupunktur ohne Effekt bei der In-vitro-Fer­tilisation

Freitag, 18. Mai 2018

Akupunktur /dpa
/dpa

Penrith/Adelaide – Einige Frauen und Ärzte erhoffen sich von der Akupunktur einen positiven Effekt bei der In-vitro-Fertilisation (IVF). Die Evidenz für die Wirksamkeit ist jedoch widersprüchlich. In einer neuen randomisierten, einfach verblindeten Studie mit 824 Frauen, die sich einer IVF unterzogen haben, führte Akupunktur zu keiner Stei­gerung der Lebendgeburtenraten. Die Ergebnisse publizierten Forscher aus Australien un Neuseeland in JAMA (2018; doi: 10.1001/jama.2018.5336).

Die Frauen im durchschnittlichen Alter von 35 Jahren hatten zur Unterstützung der Stimulation der Eierstöcke und des Embryotransfers in einer von 16 Kliniken entweder eine Akupunktur oder eine Scheinakupunktur erhalten. Die erste Behandlung wurde zwischen Tag 6 und 8 der Follikelstimulation durchgeführt, 2 weitere Behandlungen erfolgten vor und nach dem Embryotransfer. Für die Kontrollgruppe verwendeten Akupunkteure eine nichtinvasive Nadel mit einer stumpfen Spitze, die sie entfernt von den echten Akupunkturpunkten platzierten. Diese Scheinnadel-Akupunktur kann zwar schwach physiologisch wirken, stimuliert jedoch nachweislich andere Gehirnbereiche als die korrekt platzierte Akupunktur.

Eine klinische Schwangerschaft wurde bei 105 von 408 Frauen (25,7 %) in der Akupunkturgruppe und bei 88 von 406 Frauen (21,7 %) in der Kontrollgruppe erreicht. Die Anzahl der Fehlgeburten bei Frauen, die Akupunktur erhalten hatten, war zahlenmäßig zwar höher als bei Frauen mit einer Scheinakupunktur. Der Unterschied war statistisch aber nicht signifikant. Lebendgeburten traten bei 74 von 405 Frauen (18,3 %) aus der Akupunkturgruppe auf, verglichen mit 72 von 404 Frauen (17,8 %), die nur zum Schein behandelt wurden (Risikounterschied, 0,5 %; relatives Risiko 1,02).

Somit erzielten die Ärzte mithilfe der Akupunktur weder eine statistisch signifikante Zunahme klinischer Schwangerschaften, noch steigerte sich die Lebendgeburtenrate. Eine Akupunktur zur Verbesserung der Geburtsresultate bei Frauen, die sich einer IVF unterziehen, können die Autoren der Studie daher nicht empfehlen.

Eine der ersten Studien, die Hinweise präsentierte, dass Akupunktur eine IVF unterstützen könnte, kam 2002 aus Ulm. Ein paar Jahre später erschien im BMJ eine Metaanalyse mit 7 randomisiert kontrollierten Studien mit 1.366 Frauen aus China. Sie wurden innerhalb eines Tages nach dem Embryo-Transfer behandelt. Die Erfolgs­chancen erhöhten sich durchschnittlich um 65 %, wobei einer der Studien die Zahl der IVF-Schwangerschaften sogar reduzierte.

In-vitro-Fertili­sation: Akupunktur erhöht Erfolgsrate (in China)

Baltimore/Amsterdam – Eine Akupunktur könnte die Erfolgschancen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) – ein wenig – erhöhen. Dies ergab eine Metaanalyse im British Medical Journal (2008; doi: 10.1136/bmj.39471.430451.BE). Bei der IVF erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers und die Repromediziner verfügen über eine Reihe von Möglichkeiten, einen „technischen“ Erfolg sicherzustellen. Nur

© gie/aerzteblatt.de

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Avatar #555822
j.g.
am Freitag, 18. Mai 2018, 19:55

Wissenschaft??

Wer ist denn auf diese abstruse Idee gekommen, Akupuktur und das Eintreten einer Gravidität - egal auf welche Weise - in Beziehung zu setzen, um dann 'Studien' (Promotionen?) zu veranlassen? Herausgeschmissenes Geld! Bei mir pfeifen schon die Spatzen die erwiesene Unwirksamkaeit von Akupunktur/~pressur-Handlungen vom Dach. Das Ärzteblatt möchte sich bitte um eine seriöse Berichterstattung bemühen oder andernfalls schweigen.
LNS

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