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Politik

Monopolkommission schlägt Mitnahme von Altersrückstellungen für Privatversicherte vor

Mittwoch, 16. Mai 2018

/dpa

Berlin – Der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach, hat sich dafür ausgesprochen, Privatversicherten die Mitnahme ihrer Altersrückstellungen zu ermöglichen. Vielfach sei das Argument zu hören, eine Mitnahme der Altersrück­stellungen sei nicht möglich, und deshalb könne man den Markt der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) nicht verändern, sagte Wambach gestern auf einer Veranstaltung der Stiftung Marktwirtschaft in Berlin. Das stimme aber nicht.

„Natürlich kann man die Höhe der Altersrückstellungen berechnen, die ein Versicherter bei einem Wechsel seiner Versicherung mitnehmen kann“, so Wambach. Dabei würde ein gesunder Versicherter weniger Geld mitnehmen und ein kranker Versicherer mehr. Das sei nur logisch. Wambach nannte es einen Skandal, dass die Privatversicherten sich selbst und ihr Geld in die Hände eines Versicherers gäben, von dem sie nicht mehr loskämen. Das müsse geändert werden.

Diese Struktur habe auch Auswirkungen auf den gesamten PKV-Markt. „In der Wirtschaft ist es ein extremer Hebel, dass ich als Kunde mit den Füßen abstimmen kann“, sagte Wambach. Wegen der Altersrückstellungen gehe das im PKV-Markt aber nicht. Selbst, wenn die Prämien stark stiegen, könnten sich die Versicherten nicht dagegen wehren. 

Dynamik komme in einen Markt durch Ein- und Austritte von Unternehmen, fuhr Wambach fort. Auch die gebe es im PKV-Markt aber nicht. Denn als neu eintretendes Unternehmen könne man die Bestandskunden gar nicht attrahieren, sondern nur die Neukunden. Deshalb sei der PKV-Markt ein Markt mit angezogener Handbremse. „Wir müssen diese Handbremse lösen“, forderte er.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Maria Klein-Schmeink, betonte im Anschluss, die Übertragbarkeit von Altersrückstellungen sei für ihre Partei ein großes Thema. Sie sei viel wichtiger als ein gemeinsames Honorar­system von PKV und gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), von dem im Koaliti­onsvertrag von Union und SPD die Rede ist. Zudem befürwortete sie, dass Beamte künftig zwischen GKV und PKV frei wählen können. © fos/aerzteblatt.de

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