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Angehörige kritisieren späte Durchsuchung nach Patientenmorden

Donnerstag, 17. Mai 2018

Oldenburg – Im Fall des verurteilten Patientenmörders Niels H. hat es neue Durchsuchungen im Klinikum Oldenburg gegeben. Opfer-Angehörige kritisierten, dass diese erst so spät erfolgt seien. Spätestens seit Beginn der Ermittlungen an der Klinik Ende 2014 seien die Verantwortlichen vorgewarnt gewesen, teilte ein Sprecher der Interessengemeinschaft Klinikmorde heute mit.

Gestern hatten Staatsanwaltschaft und Polizei die Diensträume und die Wohnung eines Mitarbeiters des Klinikums nach Beweisen durchsucht. Die Ermittler stellten Unterlagen und Speichermedien sich. Mehr Details wollte die Staatsanwaltschaft dazu heute nicht nennen. Sie ermittelt gegen fünf ehemalige verantwortliche Mitarbeiter des Oldenburger Krankenhauses wegen Totschlags durch Unterlassen. Sie will diese Ermittlungen noch in diesem Jahr beenden.

H. soll zwischen 2000 und 2005 mehr als 100 Patienten an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst ermordet haben. Für sechs Taten musste er sich bereits vor Gericht verantworten und sitzt seitdem in Haft – das Urteil lautete auf lebenslang. Im Oktober startet ein neuer Prozess gegen ihn: Diesmal geht es um 98 Morde.

An beiden Kliniken gab es nach Ansicht der Ermittler Hinweise darauf, dass H. Patienten schädigen könnte. Folgen hatte das lange Zeit aber nicht. Eine stell­vertretende Stationsleiterin, zwei Ärzte und ein Intensivstationsleiter der Klinik in Delmenhorst hat die Staatsanwaltschaft bereits angeklagt – wegen Totschlags durch Unterlassen. © dpa/aerzteblatt.de

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