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Medizin

Weniger Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes

Donnerstag, 17. Mai 2018

/dpa

Düsseldorf – Die Zahl der Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes ist zwischen 2008 und 2012 zurückgegangen. Allerdings bleibt Diabetes die Hauptursache für derartige Amputationen: Rund zwei Drittel von ihnen erfolgten bei Menschen, die unter Diabetes litten. Das berichten Wissenschaftler in der Zeitschrift Clinical Epidemiology (2018; doi: 10.2147/CLEP.S146484). 

An der Studie beteiligten sich Forscher vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), einem Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, in Kooperation mit gesetzlichen Krankenkassen, AOK, Barmer und Betriebskrankenkassen, klinischen Partnern und den Universitäten Köln und Oldenburg. Sie bezogen Daten von 34 Millionen gesetzlich Versicherten ein, dies entspricht mehr als 40 Prozent der deutschen Gesamt­bevölkerung.

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Dabei betrachteten die Wissenschaftler die Häufigkeit für Amputationen der unteren Extremität im Zeitraum von 2008 bis 2012 nicht nur für Personen mit Diabetes, sondern auch für Personen ohne eine Zuckererkrankung. Die Forscher unterschieden bei ihrer Analyse zwischen größeren Amputationen der unteren Extremität, das heißt, solchen oberhalb des Sprunggelenks (Major-Amputationen) und kleineren, das heißt durch oder unterhalb des Sprunggelenks (Minor-Amputationen). 

Bei rund 11 % aller Versicherten in der Studie wurde Typ-1- oder Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Insgesamt musste von 2008 bis 2012 bei 108.208 Teilnehmern mindestens eine Amputation der unteren Extremität vorgenommen werden. „Von diesen litten rund zwei Drittel an Diabetes“, erklärte Andrea Icks, Direktorin des Instituts für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung am DDZ. Im Durchschnitt waren die Patienten zum Zeitpunkt ihrer ersten Amputation der unteren Extremität 73 Jahre alt.

Bei Menschen mit Diabetes waren im Laufe der Jahre sowohl die Zahl der größeren als auch die der kleineren Amputationen der unteren Extremität rückläufig. So nahm die Häufigkeit dieser Amputationen bei Personen mit Diabetes alters- und geschlechts­bereinigt jährlich um rund 4 % ab. Dabei war dieser Rückgang bei Minor-Amputationen mit 2 % pro Jahr eher moderat, während mit 9 % pro Jahr ein deutlicher Rückgang bei Major-Amputationen beobachtet wurde.

Demgegenüber nahm bei Versicherten, die keinen Diabetes hatten, nur die Zahl der größeren Amputationen mit 6 % pro Jahr ab, während bei kleineren Amputationen diese Zahl um 2 % pro Jahr zunahm. „Die positive Entwicklung bei Versicherten mit Diabetes ist möglicherweise auf eine bessere Koordination der Versorgung von Menschen mit diabetischem Fußsyndrom zurückzuführen“, hieß es aus dem DDZ. © hil/aerzteblatt.de

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