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Medizin

Elektronische Medien könnten Risiko für Verhaltens­auffälligkeiten bei Kindern erhöhen

Dienstag, 22. Mai 2018

/Stanisic Vladimir, stockadobecom

Leipzig – Verstärkter Medienkonsum ist ein Risiko für Kinder, Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. Das berichten Wissenschaftler der Universität Leipzig im International Journal of Environmental Research and Public Health (2018; doi: 10.3390/ijerph15040814). Sie haben dazu im Rahmen der „LIFE Child“-Studie 527 Kinder aus Leipzig und Umgebung untersucht.

Die Studie ermöglicht es, die individuellen Entwicklungsverläufe der Kinder langfristig zu begleiten, da die Studienteilnehmer etwa einmal im Jahr zur Untersuchung in die Studienambulanz kommen. Im Rahmen der aktuellen Studie stellten die Wissenschaftler Fragen zur Nutzung von TV/Video, Smartphone und Computer/Internet.

„Wir haben bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass Vorschulkinder, die täglich Smartphone oder Computer nutzen, ein Jahr später mehr Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit aufweisen als Kinder, die diese Medien nicht nutzen“, erläuterte Studienleiterin Tanja Poulain. Kinder ohne Medienkonsum hätten vergleichsweise auch weniger emotionale Probleme.

Die Untersuchung ergab auch, dass Kinder, die zum ersten Erhebungszeitpunkt mehr Probleme mit Gleichaltrigen hatten, ein Jahr später häufiger elektronische Medien nutzten. „Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass verstärkter Medienkonsum ein Risiko darstellt, Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. Wiederum können Verhaltensauffälligkeiten auch zu einem vermehrten Konsum dieser Medien führen“, so Poulain. Als ein Fazit raten die Leipziger Wissenschaftler, den Konsum elektronischer Medien äußerst gering zu halten.

Die Kinderstudienambulanz LIFE Child ist ein Projekt des Forschungszentrums für
Zivilisationserkrankungen der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig unter Leitung von Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig.

Über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren werden die Teilnehmer der Langzeitstudie – Schwangere, Neugeborene, Kinder und Jugendliche – in ihrer Entwicklung begleitet und dabei ganzheitlich und interdisziplinär zu ihrer jeweiligen sozialen, psychischen und medizinischen Lebenssituation untersucht.

Das LIFE-Forschungszentrum wird im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenzinitiative seit 2009 mit einer Summe von mehr als 38 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen und der EU gefördert. © hil/aerzteblatt.de

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