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Ein Ei pro Tag könnte das Schlaganfallrisiko reduzieren

Dienstag, 22. Mai 2018

Eier sind eine gute Quelle für Eiweiß sowie für lebensnotwendige Nährstoffe, gleichzeitig ist Eigelb fett- und cholesterinreich. /beo88, stock.adobe.com

Beijing – Wer täglich ein Ei isst, könnte sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant um 26 % senken im Vergleich zu Menschen, die komplett auf Eier verzichten. Zu diesem Ergebnis kommen chinesische Forscher von der Peking University in einer Beobachtungsstudie, die sie in Heart veröffentlicht haben (2018; doi: 10.1136/heartjnl-2017-312651).

Sie verwendeten Daten aus der China-Kadoorie-Biobank-(CKB-)Studie, einer laufenden prospektiven Studie von etwa einer halben Million (512.891) Erwachsenen zwischen 30 und 79 Jahren aus 10 Regionen in China. Die Teilnehmer wurden zwischen 2004 und 2008 rekrutiert, nach ihrem Eierkonsum gefragt und in den folgenden Jahren wurde die Morbidität und Mortalität erfasst.

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Bei der aktuellen Studie werteten die Forscher die Daten von 416.213 Teilnehmern aus, die weder an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes erkrankt waren. Aus dieser Gruppe wurden bei einem medianen Follow-up von 8,9 Jahren 83.977 Fälle mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 9.985 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie 5.103 schwere koronare Ereignisse dokumentiert.

Eier sind eine wichtige Quelle für Cholesterin, aber sie enthalten auch hochwertiges Protein, Vitamine und bioaktive Komponenten wie Phospholipide und Carotinoide. Enthalten sind unter anderem:

  • fettlöslichen Vitamine A, D und E in bedeutenden Mengen,
  • wasserlösliche Vitamine des B-Komplexes B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure.

Zu Beginn des Studienzeitraums gaben 13,1 % der Teilnehmer an, täglich Eier zu konsumieren (0,76 Eier/Tag) und 9,1 % berichteten, nie oder sehr selten Eier zu essen (0,29 Eier/Tag). Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass im Vergleich zu Menschen, die keine Eier zu sich nehmen, der tägliche Eierkonsum insgesamt mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden war.

Der tägliche Eierkonsum senkte vor allem das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall, es war um 26 % geringer. 28 % weniger Probanden starben aufgrund eines hämorrhagischen Schlaganfalls im Rahmen der Studie und auch das Risiko kardiovaskulärer Todesfälle sank um 18 %. Anders als in den meisten westlichen Ländern sind in China nicht Herzerkrankungen sondern Schlaganfälle die häufigste Ursache für vorzeitige Todesfälle. Dabei ist der Anteil hämorrhagischer Schlaganfälle in China immer noch höher als in Ländern mit hohem Einkommen.

Darüber hinaus sank das Risiko einer ischämischen Herzerkrankung für Personen, die täglich Eier konsumieren, um 12 % (geschätzte Menge: 5,32 Eier/Woche), verglichen mit der Kategorie „nie/selten“ (2,03 Eier/Woche).

DGE gibt keine Obergrenze für den Eierkonsum mehr vor

Der Einfluss potenzieller anderer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde von den Autoren berücksichtigt. Einen kausalen Zusammenhang können die Daten dennoch nicht nachweisen. Frühere Studien, die sich mit der Auswirkung von Eiern und auf die Gesundheit befassten, kamen zu keinem einheitlichen Ergebnis. Die meisten fanden unbedeutende Zusammenhänge zwischen dem Verzehr und der koronaren Herzkrankheit oder Schlaganfall. Die chinesischen Wissenschaftler betonen dennoch, dass ihre Ergebnisse die Ernährungsrichtlinien in Bezug auf den Verzehr von Eiern beinflussen könnten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat lange Zeit empfohlen, Eier nur in Maßen zu verzehren. Diese Regel wurde erst letztes Jahr im Rahmen einer Überarbeitung gestrichen.

Ernährung: Regeln weitreichend überarbeitet

Jahrelang empfahl die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), reichlich Kohlenhydrate zu verzehren. Jetzt verschwindet diese Regel fast unbemerkt aus der Zehn-Punkte-Liste, die kürzlich aktualisiert wurde. Die DGE veröffentlichte Ende August eine überarbeite Version ihrer zehn Ernährungsregeln (1). Neue Empfehlungen wurden ergänzt, andere ersatzlos gestrichen (siehe Tabelle).

Auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse könne derzeit keine Obergrenze für den Verzehr von Eiern abgeleitet werden, heißt es in einer Pressemitteilung der DGE. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung isst jeder Deutsche mehr als 4 Eier pro Woche und etwa 230 Eier jährlich. Dabei wird etwa ein Drittel über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen, wie etwa Kuchen, Kekse, Nudeln, Eiscreme und Soßen. © gie/aerzteblatt.de

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