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Medizin

Musiktherapie unterstützt Menschen mit schweren Bewusst­seinsstörungen

Sonntag, 27. Mai 2018

/Salvatore Pandolfi, stockadobecom

Oldenburg – Auch Patienten im Koma oder Wachkoma bleiben von Musik nicht unberührt. Das berichten Teresa Grimm und Gunter Kreutz von der Universität Oldenburg in der Fachzeitschrift Brain Injury. Die beiden Musikwissenschaftler haben Studien zusammengetragen und analysiert, die sich mit der Wirkung von Musik auf Patienten mit Bewusstseinsstörungen befassen (2018; doi: 10.1080/02699052.2018.1451657). Sie werteten für ihre Übersichtsarbeit 22 Studien aus, die zum größten Teil in den vergangenen 10 Jahren erschienen sind und 329 Patienten einschlossen.

Es zeigte sich laut den Wissenschaftlern, dass Musikinterventionen und Musiktherapien häufig positive Effekte nach sich zogen. Die Patienten blinzelten zum Beispiel häufiger mit den Augen, veränderten ihren Gesichtsausdruck und atmeten tiefer. Bei einigen veränderte sich der Herzschlag. In einzelnen Studien wurden auch verstärkte Gehirnaktivitäten beobachtet.

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„Methodisch hochwertige Untersuchungen sind allerdings noch selten“, berichtet Kreutz. Die beiden Wissenschaftler konnten daher nicht eingrenzen, ob etwa bestimmte Eigenschaften der Musikstücke oder eher biografische Faktoren für die positive Wirkung der Musik verantwortlich waren.

Zum Beispiel wurde häufig Musik abgespielt, welche die Patienten in ihrem früheren Leben gerne hörten. Manchmal kamen auch verschiedene Formen von Musiktherapie zum Einsatz, bei denen ein Therapeut sang oder Rhythmen und Melodien an den Atemrhythmus des Patienten anpasste.

Trotz der methodischen Breite der Studien und der geringen Fallzahl betonen die Musikwissenschaftler: „Musikbasierte Therapien und Interventionen bleiben aufgrund ihrer hohen Sicherheit und relativen Nebenwirkungsfreiheit ein wichtiger Baustein in der Lebensbegleitung von Menschen mit Bewusstseinsstörungen.“ © hil/aerzteblatt.de

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