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Ausland

Legalisierung von Abtreibung in Südkorea angemahnt

Donnerstag, 24. Mai 2018

Seoul – Menschenrechtler haben Südkorea aufgerufen, sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche zu ermöglichen. Die Kriminalisierung von Abtreibung sei nicht vereinbar mit Südkoreas Menschenrechtsverpflichtungen, heißt es in einer gestern in Seoul veröffentlichten Erklärung der Organisation Human Rights Watch an das Verfassungsgericht des Landes. Das Gericht wird demnach heute einen Fall verhandeln, in dem es auch um Südkoreas Abtreibungsrecht geht.

Laut südkoreanischen Gesetzen ist die Unterstützung von Abtreibungen in den meisten Fällen ein Verbrechen. Eine Frau, die eine Abtreibung vornimmt, riskiert bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe bis zu 1.850 US-Dollar. Gesundheitspersonal, das Abtreibungen vornimmt, sieht sich mit bis zu zwei Jahren Haft bedroht.

Ausnahmen sind Abbrüche nach Vergewaltigung oder Inzest sowie wenn die Schwangerschaft die Gesundheit der Frau gefährdet oder wenn sie oder ihr Partner bestimmte Erbkrankheiten haben. Verheiratete Frauen benötigen für eine Abtreibung die Erlaubnis ihres Ehemannes.

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Südkoreas Frauen werde beim Thema Fortpflanzung eine Wahl verweigert, die ihr Recht sein sollte, erklärte die Direktorin für Frauenrechte bei Human Rights Watch, Liesl Gerntholtz. „Südkorea sollte alle Strafen streichen, die Frauen und medizinischem Personal bei Abtreibung drohen.“ Ebenso müsse ein verlässlicher und legaler Zugang zu Abtreibung gesichert werden.

Entscheidungen zu diesem Thema oblägen der Schwangeren, ohne dass sie Strafe oder Einmischung von der Regierung oder irgend jemandem sonst befürchten müsse, sagte Gerntholz. Auch die UN-Kommissionen für Frauenrechte, für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie für die Rechte des Kindes hatten sich bereits mit ähnlichen Forderungen an Südkorea gewandt.

Unsichere Schwangerschaftsabbrüche stellen eine gravierende Bedrohung der Gesundheit von Frauen und Mädchen dar. Laut einem Bericht der Weltgesundheits­organisation (WHO) und dem Guttmacher Institut von 2017 gab es zwischen 2010 und 2014 jährlich 25 Millionen unsichere Abtreibungen. Laut WHO sinkt die Müttersterb­lichkeit, wenn Restriktionen bei Schwangerschaftsabbrüchen gestrichen werden. © kna/aerzteblatt.de

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