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Politik

Weltbehörde sollte Forschung mit CRISPR/Cas überwachen

Donnerstag, 24. Mai 2018

/vchalup, stockadobecom

Berlin – Der Chef des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, hat sich für eine internationale Institution zur Kontrolle des Einsatzes der Genschere CRISPR/Cas und ähnlicher Methoden ausgesprochen. Dabrock warnte davor, das neue Werkzeug der Gentechnik unkontrolliert für Veränderungen in der menschlichen Keimbahn einzusetzen. „Das ist ein Menschheitsthema, das man nicht alleine den Wissenschaftlern überlassen darf“, mahnte Dabrock. Es sollte vielmehr „ein internationales Beobachtungsverfahren, eine Institution, geben, die diesen Prozess begleitet. Also etwas wie die Atomenergiebehörde in Wien“, sagte er gestern.

„Wir sehen, dass in der Forschung, gerade im Bereich der Medizin, in einer Intensität mit der Genschere gearbeitet wird, das kommt einer Goldgräberstimmung gleich“, erläuterte der Theologe, der als Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig ist. „Da wird viel getan, und da fließen Milliarden an Forschungsgeldern, aber auch an Investitionsgeldern rein.“ 2017 hatte der Ethikrat eine Empfehlung an die Bundesregierung und den Bundestag veröffentlicht, in der eine internationale Konferenz vorgeschlagen wird – ähnlich wie die Klimakonferenzen.

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Außerdem bereitet das Expertengremium eine Stellungnahme zu möglichen Eingriffen mit der Genschere in die menschliche Keimbahn vor. „Wir hoffen, dass wir allerspätestens Ende des Jahres damit fertig sind“, sagte Dabrock.

Der Aufstieg der Genschere CRISPR/Cas begann 2012. Damit können auch gezielt und schneller als bisher Pflanzen mit gewünschten Eigenschaften gezüchtet werden. Ob so entwickelte Organismen und Lebensmittel daraus von den Behörden wie klassische Gentechnik eingestuft werden sollen, dazu wird derzeit ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) erwartet. In den USA dürfen Züchtungen mit CRISPR/Cas derzeit ohne spezielle Kennzeichnung in den Handel. „Ich sehe im Bereich Landwirtschaft kurz- bis mittelfristig sehr interessante Entwicklungen“, sagte Dabrock über das Potenzial der Technik. Auch im Feld der Medizin gebe es viele Möglichkeiten. © dpa/aerzteblatt.de

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