NewsPolitikTausende Opfer einer Immunprophylaxe in der DDR
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Tausende Opfer einer Immunprophylaxe in der DDR

Freitag, 25. Mai 2018

/Anton Gvozdikov, stockadobecom

Berlin – In der DDR sind offenbar Tausende Frauen Opfer einer mit dem Hepatitis-C-Virus verseuchten Immunprophylaxe geworden. Das geht aus einer heute veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach war eine Anti-D-Immunprophylaxe in den Jahren 1978/79 mit dem Virus kontaminiert.

Allein 1.525 Fälle wurden der Antwort zufolge aus Sachsen gemeldet, 868 aus Sachsen-Anhalt, 811 aus Brandenburg, 700 Fälle aus Mecklenburg-Vorpommern, 485 aus Thüringen und 300 Fälle aus Berlin. Seit 2014 haben den Angaben zufolge 114 Frauen Leistungen nach dem Anti-D-Hilfegesetz beantragt, das im Jahr 2000 in Kraft getreten ist. Seit 2014 wurden keine Einmalzahlungen mehr geleistet, sondern ausschließlich Rentenzahlungen.

Anzeige

Die Bundesregierung bekräftigte ihr Bedauern darüber, dass in der DDR Tausende Frauen nach der Geburt von Kindern bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Anti-D-Prophylaxe zum Schutz nachgeborener Kinder „schuldhaft mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert wurden und damit unverschuldet ein schweres Los zu tragen haben“.

Erfreulicherweise habe die Behandlung von HCV in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Dadurch sei in den meisten Fällen eine Heilung möglich. Die Anti-D-Immunprophylaxe soll nach einer Schwangerschaft mögliche Schäden bei Zweitgeborenen verhindern, wenn die Mutter, anders als das Kind, keinen Rhesusfaktor aufweist. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. November 2018
Köln – Die Frage, ob ein regelmäßiges Screening der Allgemeinbevölkerung oder einzelner Risikogruppen auf Hepatitis B und Hepatitis C sinnvoll ist oder nicht, muss mangels geeigneter Studien zum Thema
Nutzen von Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening unklar
1. November 2018
Donauwörth – Die Zahl der mit Hepatitis infizierten Patienten des Donauwörther Krankenhauses steigt weiter an. Mittlerweile gebe es bereits 38 Betroffene, teilte das Landratsamt Donau-Ries gestern
Zahl der Infizierten in Hepatitis-Skandal steigt weiter
30. Oktober 2018
Donauwörth – Nach dem Skandal um Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus gibt es inzwischen 29 betroffene Patienten. Dies teilte das Landratsamt Donau-Ries heute mit. Ein ehemaliger
Nach Hepatitisskandal bereits 29 Infizierte
26. Oktober 2018
Donauwörth – Die Zahl der festgestellten Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus ist weiter angestiegen. Bis heute Mittag waren dem zuständigen Gesundheitsamt 23 Fälle bekannt. Ein
Klinikskandal: Schon 23 Hepatitis-C-Infektionen
24. Oktober 2018
Donauwörth – Die Affäre um Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus nimmt immer größere Dimensionen an. Die Auswertung der Operationsprotokolle der Klinik hat ergeben, dass sich nun etwa
Weitere 500 Klinikpatienten sollen sich auf Hepatitis testen lassen
16. Oktober 2018
Donauwörth – Nach einer Infektion von mehreren Menschen mit Hepatitis C im Donau-Ries-Klinik im nordschwäbischen Donauwörth sollen sich jetzt Hunderte Patienten untersuchen lassen. Wie das Landratsamt
Hepatitis C: Hunderte Klinikpatienten sollen sich untersuchen lassen
13. September 2018
München – Das US-Pharma-Unternehmen Gilead darf sein umstrittenes Patent auf ein Hepatitis-C-Medikament behalten – allerdings mit Änderungen. Das hat das Europäische Patentamt heute in München
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER