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Schweizer HIV-Präventions­politik wirkt

Montag, 28. Mai 2018

Zürich – Die HIV-Präventionspolitik der Schweiz bei intravenös drogenkonsumierenden Menschen ist außerordentlich erfolgreich. Das zeigt eine Analyse des Universitätsspital Zürich und der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie. Demnach konnten durch Maß­nahmen wie Spritzenabgabe, Methadon- und Heroinprogramme sowie Kontakt- und Anlaufstellen für Drogenabhängige im vergangenen Jahrzehnt mehr als 15.000 HIV-Infektionen unter Drogenkonsumenten verhindert werden.

„Da früher die HIV-Epidemie von intravenös Drogenkonsumierenden kontinuierlich durch sexuelle Übertragung in die Gesamtbevölkerung hineingetragen wurde, verhinderten die Präventionsmaßnahmen indirekt auch mehr als 2.500 HIV-Infektionen bei Personen, die nicht intravenös Drogen konsumieren“, sagte Roger Kouyos, der Leiter der Arbeit, die kürzlich in der Zeitschrift Open Forum Infectious Diseases publiziert wurde.

Davon profitiere auch das eidgenössische Gesundheitswesen: Rechne man die Behandlung von 17.000 HIV-Infizierten mit einem konservativen Kostenansatz von 20.000 Franken pro Infektion hoch, würden diese das Schweizerische Gesund­heitswesen mit rund 340 Millionen Franken im Jahr belasten, so die Forscher. Damit hätten die Präventionsmaßnahmen in den vergangenen zehn Jahren vermutlich zu Einsparungen von über 3,4 Milliarden Franken an Behandlungskosten geführt.

Die Schweizerische HIV-Kohortenstudie besteht seit 30 Jahren und verfügt über anonymisierte Daten von mehr als 20.000 HIV-Infizierten Menschen und eine Biobank mit mehr als 1,5 Millionen Blutproben. An der Kohorte beteiligt sind alle Uni­versitätsspitäler der Schweiz, mehrere Kantonsspitäler sowie spezialisierte niedergelassene Ärzte. © hil/sb/aerzteblatt.de

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