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Medizin

Schwere Ekzeme bei Erwachsenen erhöhen Herz-Kreis­lauf-Risiko

Mittwoch, 30. Mai 2018

/ArTo, stockadobecom

London – Erwachsene, die unter schweren Ekzemen leiden, erkranken einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2018; 361: k1786) zufolge häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Jeder zehnte Erwachsene leidet unter atopischen Ekzemen. Die juckenden und teilweise nässenden Hautläsionen wurden lange zwar als lästig angesehen, jedoch nicht als Gefahr für die Gesundheit eingestuft. Mittlerweile häufen sich jedoch die Hinweise, dass die chronische Entzündungsreaktion für den Körper nicht ohne Folgen bleibt. Neben Studien aus Dänemark und Taiwan kam eine im letzten Jahr veröffent­lichte Auswertung von AOK-Plus-Daten zu dem Ergebnis, dass Patienten mit Neurodermitis (Atopische Dermatitis) häufiger an einer Angina pectoris, Hypertonie und peripherer Verschlusskrankheit leiden (JID 2017; 137: 1074e1081).

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Zu ähnlichen Ergebnissen kommt jetzt eine Analyse der Clinical Practice Research Datalink (CPRD), die Zugriff auf die Daten britischer Hausarztpatienten hat. Ein Team um Sinéad Langan von der London School of Hygiene & Tropical Medicine verglich die Daten von 387.439 Patienten, bei denen die Hausärzte die Diagnose eines atopischen Ekzems notiert und mindestens zweimal Medikamente verschrieben hatten, mit 1.528.477 Patienten ohne atopisches Ekzem. 

Die Analyse ergab, dass die Patienten mit atopischen Ekzemen in der Folge häufiger an Myokardinfarkt, instabiler Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Schlaganfall erkrankten. Nur eine Assoziation mit einem kardiovaskulären Tod ließ sich nicht sicher nachweisen. Am deutlichsten waren die Assoziationen mit einer instabilen Angina (Hazard Ratio 1,25, 99-%-Konfidenzintervall 1,11 bis 1,41) und Herzinsuffizienz (Hazard Ratio 1,19; 1,10 bis 1,30). Die Assoziationen waren etwas abgeschwächt, wenn andere Risikofaktoren wie Body-Mass-Index, Rauchen, Hyperlipidämie, Hypertonie, Depression, Angst, Diabetes und starker Alkoholkonsum berücksichtigt wurden. 

Für einen kausalen Zusammenhang spricht, dass die Effekte bei Patienten mit schweren atopischen Ekzemen stärker ausgeprägt waren. Für Patienten, denen zur Behandlung der Ekzeme systemische Immunsuppressiva oder eine Phototherapie verordnet wurden, ermittelt Langan eine Hazard Ratio von 1,48 (1,08–2,03) für eine instabile Angina und von 1,69 (1,38–2,06) für Herzinsuffizienz.

Der Anstieg des kardiovaskulären Risikos ließe sich medizinisch plausibel über die erhöhte Entzündungsaktivität erklären. Ähnliche Zusammenhänge wurden beispiels­weise für die Psoriasis gefunden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die psychischen Auswirkungen der Hautkrankheiten die Patienten zu einer ungesunden Lebensweise veranlassen.

Die Gefahr, infolge starker Ekzeme an Herz- und Gefäßen zu erkranken, ist übrigens gering. Laut Langan erkranken in einem Jahr 21 von 100.000 Menschen an einer Herzinsuffizienz, bei Patienten mit einem Ekzem steigt die Zahl auf 25 pro 100.000 Personen. Auf Bevölkerungsebene könnten jedoch, da Ekzeme relativ häufig sind, viele Menschen betroffen sein. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #720508
e.ne
am Freitag, 1. Juni 2018, 03:16

"Psoriasis - veranlasst Patienten zu einer ungesunden Lebensweise? Warum?

Da gibt es ein Problem - die Haut unser größtes Organ reagiert - dieses Problem muss erkannt und
behandelt werden, wie die betroffenen Hautstellen, Haare/Kopfhaut. Es gilt wahrscheinlich die Lebenseinstellung/Lebensführung zu ändern.
LNS

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