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Medizin

Sport senkt Risiko für Depressionen

Montag, 28. Mai 2018

/blicsejo, stockadobecom

Sydney – Körperliche Betätigung wirkt dem Aufkommen von Depressionen entgegen, unabhängig von Alter, körperlichem Zustand und Herkunft. Das berichtet eine internationale Arbeitsgruppe mit Wissenschaftlern aus Brasilien, Belgien, Australien, den USA, dem Vereinigten Königreich und Schweden im American Journal of Psychiatry (2018; doi: 10.1176/appi.ajp.2018.17111194).

Die Forscher haben Datensätze aus 49 Kohortenstudien zusammengefasst, bei denen untersucht wurde, ob körperliche Aktivität bei Menschen ohne psychische Erkran­kungen zu einem reduzierten Risiko führte, Depressionen zu entwickeln. Sie konnten dafür die Angaben von 266.939 Personen auswerten, 47 Prozent von ihnen waren Männer.

„Die Auswertung der Daten konnte belegen, dass Teilnehmer, die sich nur wenig bewegten, ein größeres Risiko hatten, eine Depression zu entwickeln, als die Teilnehmer, die eine hohe körperliche Aktivität aufwiesen. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler feststellen, dass dieser schützende Effekt bei Jugendlichen, Erwachsenen und Älteren in Europa, Nordamerika und Ozeanien gleichermaßen auftritt“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. 

Der Co-Autor Brendon Stubbs fügte hinzu: „Unsere Analyse von über einer viertel Million Menschen macht deutlich, dass Menschen, die einen aktiven Lebensstil pflegen, weniger wahrscheinlich eine Depression entwickeln werden.“ Dabei sei deutlich geworden, dass ein hohes Maß von körperlicher Aktivität für Kinder, Erwachsene und ältere Erwachsene eine Schutzfunktion habe und es dabei nicht auf die Herkunft oder andere Faktoren wie Body-Mass-Index, Rauchen oder den allgemeinen körperlichen Gesundheitszustand ankomme.

Joseph Firth vom NICM Health Research Institute der Western Sydney University spricht in der Studie von „ausschlaggebenden Argumenten, um Menschen in der Schule, am Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit dazu zu bringen, sich mehr zu bewegen.“ Weitere Studien seien bereits geplant, um das Mindestmaß an körperlicher Aktivität zu ermitteln, das nötig ist, um das Risiko für Depressionen dauerhaft zu reduzieren. © hil/aerzteblatt.de

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