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Viele Unternehmen haben keine betriebsärztliche Betreuung

Montag, 28. Mai 2018

/dpa

Jena – Rund 40 Prozent der Unternehmen in Thüringen werden nach eigenen Angaben nicht von einem Betriebsarzt betreut. Das teilte die Barmer in Thüringen heute unter Berufung auf eine Umfrage unter 800 Unternehmen mit. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind demnach oft nicht ausreichend versorgt. Selbst gesetzlich vorgegebene Maßnahmen wie eine Gefährdungsbeurteilung, die arbeitsmedizinische Vorsorge oder ein betriebliches Eingliederungsmanagement würden in Thüringen noch nicht flächendeckend umgesetzt, hieß es.

„Das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ist keine schöne Kür, sondern gehört in meinen Augen zur Pflicht fürsorglicher und zukunftsorientierter Arbeitgeber“, sagte Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Als häufigste Gründe für ein mangelndes Engagement im Feld der betrieblichen Prävention nannten einige Arbeitgeber, ihre Firma sei zu klein, habe zu wenige Mitarbeiter oder sei ein Familien­betrieb. Jeder vierte sagte, man sehe „bisher keinen Bedarf“, in jedem zehnten Fall gaben die Firmen an, es sei schwierig, einen Betriebsarzt mit freien Ressourcen zu finden.

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1,2 Prozent haben eigenen Betriebsarzt

Lediglich 1,2 Prozent der Betriebe gaben an, einen eigenen Betriebsarzt zu beschäf­tigen, knapp 40 Prozent arbeiten mit einem externen Betriebsarzt oder betriebs­ärztlichen Dienst zusammen, weitere 16 Prozent sind über eine Berufsgenossenschaft betriebsärztlich versorgt. „Viel zu lange hat sich Gesund­heits­förder­ung auf große Unternehmen konzentriert. Wir wollen aber alle erreichen“, sagte Dziuk. In Thüringen arbeiteten mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in kleinen Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Die Untersuchung ist zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) entstanden. Sie ist Teil des Modellprojekts „Gesund arbeiten in Thüringen“, das die Kasse im vergangenen Jahr mit der DGAUM initiiert hat. Der Vizepräsident der Fachgesellschaft, Stephan Letzel, beobachtet trotz der augenschein­lichen Defizite eine Trendwende. „Viele Betriebe und Unternehmen haben den Hand­lungsbedarf schon erkannt und entsprechend reagiert, denn es gilt im Wettbewerb um Arbeitskräfte auch in Zukunft zu bestehen“, sagte er. 

Auf der Homepage des Modellprojekts „Gesund arbeiten in Thüringen“ können sich Betriebe kostenlose Informationen einholen, etwa zum Thema Mutterschutz, Erste Hilfe im Betrieb, Arbeitsunfälle oder Unterweisungen. Die DGAUM bietet außerdem kostenfrei interaktive Onlinemodule zu arbeitsmedizinischen Themen an. Dieses Angebot richtet sich an Ärzte und an Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Sicherheitsbeauftragte. © hil/aerzteblatt.de

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