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Medizin

Studie: Darmbakterien beeinflussen Tumorabwehr in der Leber

Montag, 28. Mai 2018

/pixeljack, stockadobecom

Bethesda/Maryland – Ein internationales Forscherteam hat eine überraschende Verbindung zwischen Darmbakterien und dem Krebswachstum in der Leber entdeckt. Nach den in Science (2018; 360: eaan5931) veröffentlichten Studienergebnissen beeinflussen Darmbakterien die natürliche Immunabwehr von Krebszellen in der Leber, wobei sekundäre Gallensäuren eine zentrale Rolle spielen.

Ein Team um Tim Greten vom US-National Cancer Institute in Bethesda/Maryland behandelte Mäuse mit einem genetischen Krebsrisiko mit einem Cocktail aus Vancomycin, Neomycin und Primaxin. Dies verminderte das Krebswachstum in der Leber. Die Tiere entwickelten weniger und kleinere Tumore. 

Die Untersuchung der Leber eragab, dass die Antibiotikabehandlung die Rekrutierung der natürlichen Killer-T-Zellen gefördert hat, die für die Krebsabwehr zuständig sind. 

Die Stimulation der Killer-T-Zellen erfolgte über das Zytokin CXCl16, das von den Endothelzellen in den Lebersinusoiden gebildet wird. Die Produktion von CXCl16 konnte durch bestimmte sekundäre Gallensäuren gesteigert werden, die im Darm von Darmbakterien gebildet werden und über die Pfortader in die Leber gelangen.

Weitere Experimente zeigten, dass die Krebsabwehr optimiert werden kann, wenn die Tiere zunächst mit einem oralen Antibiotikum behandelt werden, das die Darmflora dezimiert. In einem zweiten Schritt wurde der Darm gezielt mit dem Bakterium Clostridium scindens besiedelt, was die Bildung der sekundären Gallensäuren verstärkte. 

Die tierexperimentellen Studien liefern neue Einblicke in den Einfluss der Darmflora auf das Krebswachstum. Ob die Ergebnisse klinisch genutzt werden können, etwa durch eine gezielte Antibiotikatherapie mit anschließender Gabe von Probiotika, lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten. Dies müsste zunächst in klinischen Studien untersucht werden.

In den vergangenen Jahren wurde bereits mehrfach gezeigt, dass Darmbakterien die Wirksamkeit einer Krebstherapie beeinflussen können. Bestimmte Darmbakterien verstärkten in Studien die Wirksamkeit des Zytostatikums Cyclophosphamid, andere können über Erfolg oder Misserfolg einer Krebsimmuntherapie entscheiden. © rme/aerzteblatt.de

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