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S3-Leitlinie Polytrauma international stark beachtet

Dienstag, 29. Mai 2018

/benjaminnolte, stock.adobe.com

Berlin – Weltweit besteht ein großes Interesse an der zweiten Auflage der deutschen S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. Daher ist diese jetzt auch in englischer Sprache erschienen, wie die Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) bekanntgab. „Der besondere Wert der Leitlinie liegt in der umfangreichen Beteiligung von 20 medizinischen Fachgesellschaften und dem hohen wissen­schaftlichen Niveau, auf dem das komplexe Thema Polytrauma aufgearbeitet wurde“, sagte Joachim Windolf, DGU-Präsident und Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie der Universitätsklinik Düsseldorf.

Die Fachgesellschaft weist daraufhin, dass die Erarbeitung einer Leitlinie für den Bereich Polytrauma sehr aufwendig sei. Denn die Behandlung des Polytraumas erfolge naturgemäß interdisziplinär. Neben Unfallchirurgen seien auch Anästhesisten, Radiologen, Neurochirurgen, Kinderchirurgen, Thoraxchirurgen und andere in die Therapie eingebunden. Dementsprechend müsse die Leitlinie auch interdisziplinär erstellt werden.

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In Deutschland sei es gelungen, unter der Leitung der DGU Delegierte von 20 Fachgesellschaften einzubinden. „Dass sich eine Gruppe von über 200 Autoren gefunden hat, um sich auf Kernaussagen für die drei Phasen Präklinik, Schockraum und erste operative Phase zu einigen, ist eine außerordentliche Leistung“, betonte auch Bertil Bouillon aus dem Vorstand der DGU. Damit verfüge Deutschland für den Bereich Polytrauma weltweit über eine Leitlinie auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.

Eine weitere Besonderheit seien die 307 Schlüsselempfehlungen der Leitlinie für die jeweiligen Phasen der Behandlung. „Damit erhält der Nutzer eine rasche Orientierung“, sagte der DGU-Vizepräsident Ingo Marzi. Diese evidenzbasierten Erkenntnisse fließen laut der Fachgesellschaft in zahlreiche internationale Publikationen ein – so auch in die kürzlich erschienene zehnte Edition des Handbuches Advanced Trauma Life Support (ATLS) des American College of Surgeon. Es dient Ärzten in mehr als 60 Ländern für eine standardisierte Behandlung von Schwerverletzten im Schockraum.

© hil/aerzteblatt.de

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