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Medizin

WM 2018: Welche Krankheitserreger auf die Fans warten

Freitag, 1. Juni 2018

/dpa

Stockholm – In knapp zwei Wochen startet die Fußballweltmeisterschaft, aber anders als vor vier Jahren in Brasilien müssen sich die Besucher in Russland nicht vor tropischen Infektionen wie Dengue, Gelbfieber oder Chikungunya fürchten. Völlig bedenkenlos ist die Reise jedoch auch nicht. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) rät, Impfungen aufzufrischen, sich beim Essen vorzusehen und vor allem auf ungeschützte Sexualkontakte zu verzichten.

Das größte Risiko für die Fans dürfte – wie bei allen Fernreisen – eine Reisediarrhö sein. Gastrointestinale Infektionen sind in Russland vergleichsweise häufig, und neben Noroviren können auch Salmonellen, E. coli, Campylobacter, Giardia intestinalis und Virusinfektion dafür sorgen, dass die Fans die Spiele am Fernseher im Hotelbett statt im Stadion verfolgen müssen. Standardhygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife und das Trinken von sauberem Wasser (abgefüllt, chloriert oder gekocht vor dem Verzehr) können laut ECDC das Risiko mindern. Am sichersten ist der Verzehr gekochter Speisen.

Vor anderen Infektionen schützen Impfungen. Es gibt zwar derzeit keine ernst­zunehmenden Epidemien in Russland, aber eine ausreichende Immunität gegen Diphtherie, Hepatitis A, Hepatitis B, Masern, Meningokokkeninfektion, Mumps, Keuchhusten, Poliomyelitis, Röteln und Tetanus kann nach Einschätzung der ECDC nicht schaden.

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Vor ungeschützten Sexualkontakten wird ausdrücklich gewarnt. Russland hat die höchste Rate von HIV-Neuinfektionen in der Europäischen Region: 2016 wurden 103.000 Erkrankungen bekannt (72,1 pro 100.000 Einwohner). Auch Syphilis und Gonokokkeninfektionen sind verbreitet. Noch häufiger sind Chlamydien. Genaue Angaben fehlen, doch bei Risikogruppen in wurden Prävalenzen einer aktiven Erkrankung (DNA-Nachweis) zwischen 2,9 und 33 % gefunden.

Auch die Tuberkulose ist in Russland mit 66.568 Neuerkrankungen im vergangenen Jahr häufig. Eine Infektion ist im Stadion oder an anderen Orten möglich, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen. Insgesamt dürfte das Risiko jedoch gering sein. Wegen der längeren Inkubationszeit würden die Symptome erst nach der Rückkehr auftreten. Ärzte sollten dann bei der Diagnose bedenken, dass der Anteil der MDR-Tuberkulose in Russland hoch ist und von Anfang an eine gezielte Therapie erforderlich ist.

Exotische Infektionen sind nicht zu befürchten. Die Demokratische Republik Kongo, wo es derzeit einen Ebolaausbruch gibt, hat sich nicht qualifiziert, sodass von dort keine Fans erwartet werden. Die Zahl der MERS-CoV-Infektionen in Saudi-Arabien, das zu den Teilnehmerländern gehört, ist zu gering, als dass eine Einschleppung befürchtet werden muss. © rme/aerzteblatt.de

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Staphylococcus rex
am Montag, 4. Juni 2018, 00:01

FSME

Falls man vorhat, mehr von Russland zu sehen als nur das Hotel oder das Stadion, sollte man zumindest einige kurze Gedanken für die FSME-Impfung erübrigen:
https://www.iamat.org/country/russia/risk/tick-borne-encephalitis
https://www.cdc.gov/vhf/tbe/index.html

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