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Medizin

Ernährung: Eiweißdiät erhöht Risiko auf Herzinsuffizienz

Mittwoch, 30. Mai 2018

/bit24, stockadobecom

Kupio/Finnland – Männer, die sich eiweißreich ernähren, haben laut einer prospektiven Beobachtungsstudie in Circulation: Heart Failure (2018; 11: e004531) langfristig ein erhöhtes Risiko, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken.

Vielleicht weil Zucker und Fette in der Öffentlichkeit negativ bewertet werden, erfreuen sich Eiweißdiäten derzeit einer großen Beliebtheit. Ihre langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit sind wie bei den meisten Diäten nicht bekannt. Vor allem ein hoher Verzehr von Proteinen tierischer Herkunft gilt unter vielen Ernährungs­wissenschaftlern als bedenklich. Frühere epidemiologische Untersuchungen haben laut Jyrki Virtanen von der Universität von Ostfinnland in Kuopio ergeben, dass ein vermehrter Verzehr von Proteinen mit einem erhöhten Risiko auf einen Typ-2-Diabetes einhergeht.

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Die jetzt von Virtanen vorgestellte Auswertung der „Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study“ weist auf ein weiteres Risiko hin. Die Studie begleitet seit 1984–89 eine Gruppe von Männern. Alle führten damals 4 Tage lang ein ausführliches Ernährungstagebuch, aus dem Virtanen den Anteil von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten berechnen ließ.

Die Daten setzte er dann mit späteren Erkrankungen an einer Herzinsuffizienz in Beziehung. Von den 2.441 Männern, die zu Beginn der Studie zwischen 42 und 60 Jahre alt waren, sind inzwischen 334 an einer Herzinsuffizienz erkrankt. Entsprechend den finnischen Ernährungsgewohnheiten stammten 70 % der Proteine aus Fleisch und 27,7 % aus pflanzlichen Quellen.

Männer mit der höchsten Proteinzufuhr hatten ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Das Viertel der Teilnehmer mit dem höchsten Verzehr an tierischen Eiweißen erkrankte zu 43 % häufiger an einer Herzinsuffizienz als die Teilnehmer mit dem geringsten Anteil von Proteinen (Hazard Ratio 1,43; 1,00–2,03). Der Verzehr von Proteinen aus Molkereiprodukten war mit einem um 49 % erhöhten Risiko verbunden (Hazard Ratio (1,49; 1,05–2,09). Bei fermentierten Milchprodukten war es um 70 % (Hazard Ratio 1,70; 1,21–2,40) erhöht. Pflanzliche Proteine waren mit einer Hazard Ratio von 1,17 (0,72–1,91) weniger bedenklich.

Da es sich um eine der ersten Studien handelt, die eine proteinreiche Ernährung mit einer Herzinsuffizienz in Verbindung bringt, müssen die Ergebnisse zunächst in anderen Kohortenstudien überprüft werden, bevor Schlüsse daraus gezogen werden können, meint Virtanen. Zu den Stärken der Studien gehört, dass alle Teilnehmer über einen langen Zeitraum von im Mittel 22 Jahren nachbeobachtet wurden und der Ernährungsstatus sorgfältig erhoben wurde. Die wichtigste Schwäche ist, dass im Verlauf der Zeit keine weiteren Erhebungen zur Ernährung durchgeführt wurden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #724084
MPeuser
am Samstag, 2. Juni 2018, 16:49

Tierisches Eiweiss

Vor über 70 Jahre hat bereits Prof. Dr. Lothar Wendt gelehrt, dass wenn man mehr als 200 g/Tag tierisches Eiweiss zu sich nimmt, dass dann der Überschuss im Interstitium zwischen den 150.000 km Kapillaren und den 75 Billionen Zellen abgelagert wird wie Sperrmüll. Nach einiger Zeit ist dann diese Mikroversorgungsleitung zu den Zellen verstopft und unzählige Krankheiten entstehen dadurch, angefangen vom Übergewicht bis hin zur Arthrose. Wenn in einem Interstitium z.B. 0,00000005 mg tierische Eiweiss abgelagert sind, dann sind dies bei 75 Billionen Zellen bereits 37,5 kg. Unser heutiges Übergewicht ist nicht Fett, sondern tierisches Eiweiss.
Früher hatten die Menschen jedes Jahr 3 Monate im Winter gehungert und
die 75 Billionen Interstitien wurden geleert. In der katolischen Kirchre gab es die Fastenzeit und da wurden die Interstitien geleert.
Heute hungert keiner mehr und die Kirchen sind leer. Und die Krankheiten nehmen immer mehr zu.
Es empfielt sich eine 3-monatige Kur zu machen und dabei 7 Dinge nicht zu essen: Fleisch, Fisch, Käse, Wurst, Milch, Jogurt und Eier.(Butter ist kein tierisches Eiweiss und darf reichlich genossen werden)
Dann ist das Interstitium wieder leer, die Zellen werden wieder sehr gut versorgt und viele Krankheiten wie z.B. Arthrose sind verschwunden.
Der Mensch hat einen sehr langen Darm, typisch für vegetarische Kost. Fleischfresser haben einen kurzen Darm.
Es lohnt sich auch die Bibel zu lesen. Auf Seite 1 des Alten Testamentes ist doch schon geschrieben was der Mensch essen soll.
Michael Peuser
São Paulo/Brasilien
Staatspreisträger in Brasilien
Avatar #687320
Nicolai Worm
am Donnerstag, 31. Mai 2018, 13:27

Die Überschrift verfehlt das Thema!

Das wäre die erste "Diät" die Menschen 22 Jahre lang durchgehalten haben!

In der realen Welt ist die Compliance von "Diäten" so schlecht, dass die meisten Probanden in kontrollierten Studien nach einigen Monaten weitgehend zu ihrer Basiskost zurück gefunden haben. Und natürlich wurde in der zitierten Studie nicht mal eine "Diät" getestet - denn das ist nicht die Aufgabe und Ansinnen von Kohortenstudien. Offenbar geht man aber davon aus, dass die Männer sich 22 Jahre lang an eine bestimmte Diät gehalten haben!?! Dass solch wissenschaftlich schwache Daten – einmalige Ernährungserhebung über 4 Tage assoziiert mit Endpunkten nach 22 Jahren Beobachtungszeit – in Circulation veröffentlicht werden, erstaunt bereits. Aber dass diese nichtssagenden Daten auch noch als relevant genug angesehen werden, um im DÄB referiert zu werden, ist nicht mehr zu verstehen.

Nicolai Worm
LNS

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