NewsÄrzteschaftNotfallpraxis in Hamburg-Harburg entlastet Asklepios-Klinik
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Notfallpraxis in Hamburg-Harburg entlastet Asklepios-Klinik

Freitag, 1. Juni 2018

/eunikas, stock.adobe.com

Hamburg – Die seit rund acht Monaten geöffnete Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH) in Hamburg-Harburg entlastet die Notaufnahme des nebenan liegenden Asklepios-Klinikums und führt zu kürzeren Wartezeiten für Patienten. Das ist ein Zwischenfazit des Klinikums.

Unter der Woche kämen außerhalb der regulären Arztsprechstunden pro Tag im Schnitt etwa dreißig bis vierzig Patienten, an den Wochenenden seien es täglich bis zu 80, sagte die Abteilungsleiterin der Notfallpraxis, Carmen Rehbock. Die häufigsten Beschwerden seien Infekte, kleinere allergische Reaktionen oder auch sonstige Symptome, mit denen man normalerweise zu seinem Hausarzt gehe. Die Wartezeit liege im Schnitt etwa bei einer halben Stunde – kein Vergleich zum benachbarten Asklepios-Klinikum, das die Notfallpraxis zur Entlastung der eigenen Notaufnahme ebenfalls nutzt.

Anzeige

Pilotprojekt in Harburg

Im Gegensatz zu den Praxen in Altona und Farmsen, in denen neben einem Allge­meinmediziner auch immer vier weitere Fachärzte aus den Bereichen Hals-Nasen-Ohren, Augenheilkunde, Orthopädie, Kinderheilkunde oder Chirurgie vor Ort seien, gebe es in Harburg lediglich eine hausärztliche Versorgung, erklärt Rehbock. Die Notfallpraxis im Süden der Stadt, die am 1. Oktober eröffnet wurde, sei jedoch ein Pilotprojekt. Sie ist an das Asklepios Klinikum Harburg angebunden. Dort werden laut Mathias Eberenz, Sprecher der Asklepios Kliniken, jährlich etwa 50.000 Patienten betreut.

„Der weitaus größte Teil dieser Patienten, die zu Fuß, mit dem Auto, dem Taxi, dem Rettungsdienst und sogar mit dem Helikopter kommen, sind echte Notfallpatienten“, berichtet er. Dennoch habe sich in den vergangenen Jahren der Anteil derer erhöht, „die im Grunde von Haus- und Fachärzten versorgt werden können und sollten“. Sie kämen mit vergleichsweise leichten Beschwerden, die zum Teil schon Tage oder Wochen anhielten.

„Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die kürzlich direkt neben unserer Notaufnahme von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg eingerichtete Notfallpraxis“, bekräftigt Eberenz. Seit der Inbetriebnahme schicke die Notaufnahme im Durchschnitt täglich mehr als zwanzig Patienten dorthin. Am Wochenende sei die Zahl sogar noch höher.

Zusätzlich hat die KVHH das bisherige Notdienst-Konzept zum 1. Mai ausgeweitet. Der „Arztruf Hamburg“ ist unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116117 erreichbar und bietet Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit ambulante ärztliche Hilfe. In der Telefonzentrale vermittelt ausgebildetes, nicht-ärztliches Personal Beratungen durch einen Arzt, Hausbesuche durch einen fahrenden Notfalldienst und informiert über die Notfallpraxen.

Laut KVHH-Sprecher Jochen Kriens haben im Mai aus dem Angebot unter der Woche innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 222 Besuche und 66 telefonische Beratungen resultiert, an den Wochenenden innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 443 Besuche und 106 telefonische Beratungen. Derzeit laufe eine Werbekampagne, um den „Arztruf Hamburg“ bekannter zu machen.

© dpa/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Februar 2019
Erfurt – In der Debatte um die künftige Struktur der Leitstellen für Notarzt- und Rettungseinsätze in Thüringen liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Nach Abstimmungen mit den Kommunen schlägt das
Thüringen: Ministerium legt überarbeiteten Vorschlag zu Rettungsleitstellen vor
21. Februar 2019
Berlin – Die zweite Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist laut dem MB „ohne substanzielle Fortschritte“ zu Ende
Tarifverhandlungen für Ärzte an kommunalen Häusern ohne Fortschritte
15. Februar 2019
Stuttgart –Patienten fühlen sich in den 120 baden-württembergischen Notfallpraxen des Landes gut aufgehoben. Das hat eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs (KVBW) ergeben.
Gute Noten für Baden-Württembergs Notfallpraxen
13. Februar 2019
Berlin – Auch mit den zusätzlichen Mitteln aus dem Notfallstufenkonzept des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) bleiben die Notaufnahmen der Krankenhäuser der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie
Orthopäden und Unfallchirurgen weisen auf unterfinanzierte Notfallversorgung hin
8. Februar 2019
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen Portalpraxen bis 2022 flächendeckend eingeführt werden. Darauf haben sich Ge­sund­heits­mi­nis­terium, Kassenärztliche Vereinigungen (KVen), Ärztekammern,
Portalpraxen soll es flächendeckend in Nordrhein-Westfalen geben
30. Januar 2019
Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) organisiert den augenärztlichen Bereitschaftsdienst im Raum Münster neu. Ab Anfang Februar finden Patienten, die in den Abendstunden,
Augenärztlicher Bereitschaftsdienst im Großraum Münster neu organisiert
25. Januar 2019
Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin und die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) wollen die Rettungsstellen der Krankenhäuser entlasten. Dazu haben sie ein Plakat entwickelt, dass
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER