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Politik

SPD-Abgeordnete will Verkauf von Energydrinks an Kinder verbieten

Montag, 4. Juni 2018

/dpa

Berlin – Die SPD will wie bei Zigaretten oder Alkohol den Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche verbieten. „Eine Altersbeschränkung muss es auch in Deutsch­land geben“, sagte Ursula Schulte, Sprecherin der Bundestagsfraktion für den gesund­heitlichen Verbraucherschutz, der Saarbrücker Zeitung. Ein zu hoher Konsum der extrem koffeinhaltigen und aufputschenden Getränke könne insbesondere bei Kindern „fatale“ Nebenwirkungen haben.

Schulte verwies auf Großbritannien, wo einige Handelsketten bereits den Verkauf von Energydrinks an Jugendliche unter 16 Jahren gestoppt hätten, darunter auch die deutschen Discounter Aldi und Lidl. „Was in Großbritannien geht, muss auch hierzulande möglich sein“, sage Schulte. Die Abgeordnete forderte Bundesernährungs­ministerin Julia Klöckner (CDU) auf, „mit der Industrie darüber zu verhandeln“. Zugleich müsse Klöckner in ihrem Haushalt Mittel bereitstellen, um die Gesundheitsgefahren von Energydrinks per Studie genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Ärzte warnen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zeigte sich erfreut über den Vorstoß. Dafür kämpfe man „schon lange“, sagte BVKJ-Sprecher Josef Kahl. „Jugendliche nehmen durch Energydrinks gefährliche hohe Mengen an Koffein zu sich. 250 Milliliter eines Energydrinks, also eine handelsübliche Packungsgröße, enthalten etwa 80 Milligramm Koffein“, erläuterte er.

Das sei an sich zwar noch keine gefährliche Dosis, aber viele Jugendliche würden die süßen erfrischenden Getränke in großen Mengen und schnell hintereinander trinken. „Wissenschaftliche Studien empfehlen als Höchstdosis auch für Kinder und Jugendliche drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht. Oberhalb dieser Grenze treten häufig Herzrasen, Bluthochdruck und Übelkeit auf“, erläuterte der Präventionsexperte.

Ein Teenager mit 50 Kilogramm Körpergewicht überschreite nach dieser Rechnung schon mit zwei kleinen Dosen eines Energydrinks diese Grenze. Würden die Kinder- und Jugendlichen dann noch an Vorerkrankungen wie einem Herzfehler leiden, oder komme zusätzlich zu dem hochdosierten Koffein noch Alkohol oder anstrengende körperliche Bewegung, etwa Sport oder stundenlanges Tanzen hinzu, könne der Konsum sogar lebensgefährlich werden.

„Darüberhinaus sind die Drinks auch die reinsten Zuckerbomben und alleine daher schon ungesund“, sagte Kahl. Die Ärzte forderten die Bundesernährungsministerin ebenfalls auf, sich für ein Verbot von Energydrinks für Kinder und Jugendliche einzusetzen und sie damit vor den fatalen Nebenwirkungen dieser Getränke zu schützen. © afp/may/aerzteblatt.de

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