NewsMedizinUrothelkarzinom: FDA und EMA warnen vor unkritischem Einsatz von Pembrolizumab und Atezolizumab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Urothelkarzinom: FDA und EMA warnen vor unkritischem Einsatz von Pembrolizumab und Atezolizumab

Mittwoch, 6. Juni 2018

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Silver Spring/London – Die beiden Checkpointinhibitoren Pembrolizumab und Atezolizumab dürfen in der Ersttherapie des metastasierenden Urothelkarzinoms nur noch eingesetzt werden, wenn eine erhöhte PD-L1-Expression nachgewiesen wurde. Dies haben die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) verfügt, nachdem es in 2 randomisierten Studien zu vorzeitigen Todesfällen gekommen war. 

Pembrolizumab und Atezolizumab verdanken ihre Wirkung der Blockade des PD-L1-Signalwegs, über den Krebszellen die Immunabwehr ausbremsen. Diese Therapie kann im Prinzip nur erfolgreich sein, wenn die Krebszellen PD-L1 exprimieren. Dies ist offenbar bei der Planung von 2 klinischen Studien zu Pembrolizumab (KEYNOTE-361) und Atezolizumab (IMVIGOR-130) nicht ausreichend beachtet worden.

Anzeige

Beide Studien verglichen die Checkpointinhibitoren an Patienten mit Urothelkarzinom in der Ersttherapie mit einer platinbasierten Chemotherapie, die in dieser Indikation der Therapiestandard ist. Bei einer Zwischenauswertung zeigte sich, dass die Patienten unter der Behandlung mit Pembrolizumab und Atezolizumab früher starben als unter der Chemotherapie, wenn ihre Tumore nur wenig PD-L1 exprimierten. 

FDA und EMA warnen deshalb vor dem Einsatz der beiden Checkpointinhibitoren bei Patienten mit niedriger PD-L1-Expression. Die Warnung betrifft die Ersttherapie, für die beide Medikamente derzeit nicht vorgesehen sind. Standard ist eine Cisplatin-basierte Therapie. Nur wenn diese ihr Ziel nicht erreicht hat oder wenn die Patienten für eine Cisplatin-basierte Therapie nicht geeignet sind, wird derzeit eine Monotherapie mit Pembrolizumab und Atezolizumab empfohlen. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. November 2019
Sydney – Die regelmäßige Einnahme von Statinen hat in einer prospektiven Beobachtungsstudie die kognitiven Fähigkeiten von älteren Patienten nicht beeinträchtigt. Bei Patienten mit Herzerkrankungen
Studie findet keine Hinweise auf kognitive Störungen im Alter durch Statineinnahme
19. November 2019
Boston – Nicht an HIV erkrankte Kinder, deren HIV-positive Mütter während der Schwangerschaft mit dem antiretroviralen Wirkstoff Efavirenz behandelt wurden, wiesen in einer prospektiven Kohortenstudie
HIV: Mikrozephalie durch pränatale Exposition mit Efavirenz
15. November 2019
Amsterdam – Wenige Wochen vor dem neuen Brexit-Datum hat die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ihre Übersiedlung von London nach Amsterdam weitgehend abgeschlossen. Das eigens dafür errichtete
Arzneimittel-Agentur der EU im neuen Sitz in Amsterdam
14. November 2019
Liverpool – Einen neuen Überblick über den Stand des Wissens zur Add-On-Therapie von Epilepsien mit dem Medikament Topiramat hat die Cochrane Epilepsy Group herausgegeben (doi
Neuer Cochrane-Report zu Topiramat bei Epilepsie
13. November 2019
Bonn – In Deutschland hat es bisher noch keinen schwerwiegenden Zwischenfall in einer klinischen Prüfung von Arzneimitteln gegeben. Darauf hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Keine schwerwiegenden Zwischenfälle bei Arzneimitteltests in Deutschland
13. November 2019
Bremen – Das Schmerzmittel Diclofenac, das aufgrund seiner hohen Selektivität zum COX-2-Enzym das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht, wird trotz einer Warnung in einem Rote-Hand-Brief
Diclofenac: Häufige Verordnungen an Risikopatienten halten trotz Warnung an
11. November 2019
London/Ontario – Das Muskelrelaxans Baclofen, das im Gehirn die Rezeptoren des Neurotransmitters GABA stimuliert, kann eine Enzephalopathie auslösen. Das Risiko war in einer bevölkerungsbasierten
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER