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Ärzteschaft

Telematik­infrastruktur: Forderungen nach vollständiger Kostenübernahme

Dienstag, 5. Juni 2018

/Panitan, stockadobecom

Schwerin – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) hat die Krankenkassen aufgefordert, die Kosten für den Anschluss der Arztpraxen an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) vollständig zu übernehmen. Ähnlich äußerte sich die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP).

Auch nach der kürzlich erfolgten Einigung von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband über die Anpassung der Kostenerstattungen für das dritte und vierte Quartal 2018 sei „eine vollständige Übernahme der Kosten nicht zuverlässig sichergestellt“, heißt es in einer Resolution der KVMV.

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Einigung per Schiedsamt

Die Einigung von KBV und Kassen, die über das Schiedsamt erfolgte, sieht vor, dass für die Erstausstattungspauschale im dritten Quartal 2018 der um zehn Prozent reduzierte Konnektorenpreis aus dem Vorquartal die Berechnungsgrundlage bildet. Dies ergibt laut KBV einen ab dem dritten Quartal geltenden Preis in Höhe von brutto 1.719 Euro. Dieser Preis wird demnach ab dem vierten Quartal um weitere zehn Prozent gesenkt auf dann brutto 1.547 Euro. Hinzu kommen wie bisher jeweils 435 Euro für ein Kartenterminal; bei größeren Praxen für zwei oder drei Terminals.

Der ursprünglich vorgesehene Preis für einen Konnektor ab dem dritten Quartal lag mit 720 Euro deutlich unter den jetzt verhandelten Werten. KBV und GKV-Spitzenverband gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten, wie von der Industrie schon seit Langem zugesagt, mehrere Anbieter von Konnektoren geben wird. Dies sollte zu einer Senkung der Angebotspreise führen.

Kritik an Einigung

„Wir sind überhaupt nicht glücklich darüber, dass die Praxen auf den verbleibenden zehn Prozent ihrer Kosten sitzen bleiben. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflich­tet, die Kosten für die Anbindung der Praxen an die TI in voller Höhe zu übernehmen“, erklärte Peter Andreas Staub, Vorstandsmitglied der KV RLP. Dafür wolle man sich bei der KBV in Berlin einsetzen.

Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KVMV hatte beklagt, dass viele Praxen derzeit nicht bestellen können, weil die Industrie keine zertifizierten Geräte für alle Praxis­verwaltungs­systeme anbietet. Aktuell werde lediglich ein zertifizierter Konnektor angeboten, der nicht für alle am Markt befindlichen Praxisverwaltungssysteme verfügbar sei, hieß es.

Zugleich kritisierte die Ver­tre­ter­ver­samm­lung, dass die Sanktionsregelungen des Gesetzgebers für Praxen, die den TI-Anschluss bis zum 31. Dezember 2018 nicht vorgenommen haben, unverändert bestehen bleibt. „Dieser unhaltbare Zustand muss beendet werden und die Sanktionsregelungen müssen durch die Bundesregierung vollständig ausgesetzt werden“, so die VV.

Die Vertreter der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten der KVMV fordern Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) auf, seinen Worten Taten folgen zu lassen. „Digitalisierung und Telemedizin medial zu fordern, ist das eine, die nötigen rechtlichen und materiellen Voraussetzungen sind das andere“, erklärten sie. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte zuletzt klargestellt, dass es an den Fristen für die Einführung der TI festhält. © may/aerzteblatt.de

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