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Sonder­forschungsbereich soll Thrombozyten­funktionen entschlüsseln

Mittwoch, 6. Juni 2018

Würzburg – Ein neuer überregionalen Sonderforschungsbereich (SFB-Transregio) widmet sich den Thrombozyten, dessen Funktionen komplex und in vielen Teilen noch unverstanden seien. Das Würzburger Institut für Experimentelle Biomedizin leitet den SFB, die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert ihn mit knapp 14 Millionen Euro.

„Thrombozyten leisten sehr viel mehr, als Blutungen zu stillen und Herzinfarkte auszulösen“, erläuterte Bernhard Nieswandt, Direktor des Instituts für Experimentelle Biomedizin. Jüngere Studien geben laut Nieswandt Hinweise darauf, dass sehr komplexe Zusammenhänge bestehen zwischen diesen kleinsten Zellen des Blutes und diversen entzündlichen Prozessen, zellulären Abwehrmechanismen, der angeborenen Immunität, der Aufrechterhaltung von Gefäß- und Organfunktionen sowie der Entstehung von Tumoren. Ein detaillierteres Wissen über die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen ist laut Nieswandt die zentrale Voraussetzung für ein besseres Verständnis von Krankheiten wie Schlaganfall und akutem Lungenversagen.

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Die Würzburger Forscher arbeiten in dem SFB eng mit der Medizinischen Klinik III (Kardiologie) der Universität Tübingen zusammen. Dessen Direktor Meinrad Gawaz war Mitantragsteller des SFB. Beide Einrichtungen haben langjährige Forschungsprogramme zu Thrombozyten. Beteiligt sind außerdem Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald und des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund. Der interdisziplinäre Forschungsverbund vereint Molekulargenetik, In-Vivo-Krankheitsmodelle, hochauflösende Mikroskopie, In-Vivo-Bildgebungsverfahren, Systembiologie, translationale Ansätze und klinische Forschungsergebnisse.

„Gerade der sehr ausgeprägte translationale Charakter, der Grundlagenforscher mit Klinikern zusammenbringt, ist eine besondere Stärke unseres Verbundes“, betonte Nieswandt. Die Forscher hoffen daher, dass die neu gewonnenen Erkenntnisse rasch zu neuartigen Behandlungskonzepten für verschiedene Erkrankungen führen, die bisher nicht in Zusammenhang mit Thrombozyten gesehen wurden.

© hil/aerzteblatt.de

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