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Mindestmengen: Wahrscheinliche Zusammenhänge reichen aus

Mittwoch, 6. Juni 2018

/dpa

Düsseldorf – Vorgaben für Mindestmengen bei Operationen sind schon dann sinnvoll, wenn die Studienlage auf „wahrscheinliche Zusammenhänge“ von Qualität und Menge hinweist. Darauf hat der stellvertretende Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Recht beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA), Dominik Roters, bei einem Treffen des Arbeitskreises „Ärzte und Juristen“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hingewiesen.

Bislang sei gesetzlich ein „besonderer Zusammenhang“ von Menge und Qualität gefordert worden, was juristisch problematisch gewesen sei, sagte Roter. Am 26. März dieses Jahres habe das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jedoch eine Regelung genehmigt, die in Bezug auf ausgewählte Leistungsbereiche einen „wahrscheinlichen Zusammenhang“ zwischen Behandlungsmenge und Ergebnisqualität der Leistung für ausreichend erachte.

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„Wenn es darum geht, die Höhe einer Mindestmenge festzulegen, müsste eine ‚hinreichende Behandlungsroutine‘ gewährleistet sein, um Risiken zu reduzieren und die Patientensicherheit zu erhöhen“, so der G-BA-Jurist. Die Menge sei so festzulegen, dass eine Gelegenheitsversorgung ausgeschlossen werde. Krankenhäuser, die diese Menge nicht vorweisen könnten, dürften einen Patienten nicht mehr behandeln. „Mit der neuen Regelung sind weitere Rechtsgrundlagen für Mindestmengen geschaffen – nun kommt es auf die Umsetzung an“, sagte Roters.

Der Leiter des Fachgebiets Strukturentwicklung und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen der Technischen Universität Berlin, Thomas Mansky, betonte, dass es derzeit an der Durchsetzung der vom G-BA festgelegten Mindestmengen mangele. So habe 2014 ein Viertel der deutschen Kliniken weniger als acht Brustkrebs­patien­tinnen im Jahr operiert. Bei Ösophagus-Operationen hätten 2015 63 Prozent der operierenden Häuser die gesetzliche Mindestmenge von zehn nicht erfüllt.

Selbst bei der Knie-Endoprothesenoperation würden 15 Prozent der Häuser die Mindestmenge von 50 Fällen pro Jahr nicht erreichen. „Bei Operationen der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre ließe sich jeder vierte Todesfall vermeiden, wenn höhere, verbindliche Mindestmengen für den behandelnden Arzt und das Krankenhaus gelten und auch durchgesetzt würden“, führte Mansky aus.

Gelten müssten diese Mindestmengen für den behandelnden Arzt und für alle Behandlungsteams, hieß es vom Arbeitskreis der AWMF. Entscheidend sei nicht nur die Erfahrung des Operateurs, sondern die des gesamten Behandlungsteams. © hil/may/aerzteblatt.de

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